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Doris Janhsen über ihren neuen Fahrenheit Verlag

Wie buchmarkt.de heute meldete [mehr…], wird Doris Janhsen im Frühjahr das erste Programm ihres neugegründeten Fahrenheit Verlags vorlegen. Grund für drei Fragen an die Verlegerin.

Doris Janhsen mit dem ersten Fahrenheit-Programm

buchmarkt.de: Im Januar werden die ersten Bücher des Fahrenheit Verlags ausgeliefert. Wofür steht Fahrenheit?
Doris Janhsen: Der Verlagsname Fahrenheit bezieht sich auf das Buch „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury. In dessen Schlusskapitel finden sich in den verschwiegenen Wäldern „Büchermenschen“ zusammen, die sich, geflohen vor einer Gesellschaft, aus der Bücher verbannt sind, die auswendig gelernten Texte ihrer Lieblingsbücher gegenseitig vortragen, damit das in ihnen bewahrte Wissen nicht verloren geht.

Dieses Bild war der Auslöser für die programmatische Idee dieses Verlages, der in eine Welt hineingeboren wird, die mit Büchern – literarischen zumal – immer weniger anzufangen weiß. Fahrenheit richtet sich dementsprechend an eine eingeschworene Gemeinschaft von Büchermenschen, die sich ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen mag. Für mich ist diese Verlagsgründung daher auch ein Akt lustvoller Widerständigkeit.

Welche Titel beinhaltet das erste Programm?
Bei Fahrenheit sollen pro Halbjahr vier bis fünf belletristische Titel erscheinen. Spitzentitel des ersten Programms ist der Roman „Die Entbehrlichen“ der schwedischen Autorin Ninni Holmqvist. Ein gleichzeitig alarmierender und spannender Roman über eine Gesellschaft, die nur auf ihre produktivsten Mitglieder setzt und alle anderen „Entbehrlichen“ als Organspender „zwangsverpflichtet“.

Der Regisseur Peter Fleischmann („Jagdszenen aus Niederbayern“) zeigt in seinem erotischen und politisch-provokanten Romandebut „Die Zukunftsangst der Deutschen“ wie das große Verdrängen im Nachkriegsdeutschland auch in private Beziehungen Einzug hielt – und wie auf diese Weise in jedem individuellen Neuaufbruch der Stachel der Geschichte steckt.

Der Übersetzer Hans-Ulrich Möhring schreibt einen eigenwilligen und im positivsten Sinne ungewöhnlichen Roman über das Übersetzen und den Umgang mit Sprache und was es heißt mit dem Lesen und Schreiben Ernst zu machen.

Die literarische Wiederentdeckung heißt in diesem Programm Caroline Blackwood. In ihrem semi-autobiografischen Roman „Die Websters“ zeichnet die aus der Guinness-Dynastie stammende und mit dem Maler Lucien Freud sowie dem Dichter William Lowell verheiratet gewesene Autorin mit spitzer Feder das Porträt einer ungewöhnlichen Familie. The Sunday Times schrieb: „Ein Roman wie eine Schachtel voller Pralinen mit Amphetaminfüllung“.

Sie sind auch Gesellschafterin des Pendo Verlags. Wie grenzen sich die Programme ab und wie arbeiten Sie zusammen?
Die Abgrenzung zwischen Pendo und Fahrenheit ist unproblematisch: Bei Pendo verlegen wir sowohl Belletristik als auch Sachbuch, wobei hier dem Sachbuch eine besondere Wichtigkeit zukommt. Alle Pendo-Romane vereinen Unterhaltung mit Anspruch. Fahrenheit-Bücher dagegen sind eher literarisch und wenden sich an eine entsprechend andere Zielgruppe. Bei allen programmatischen Unterschieden nutzen wir natürlich für Fahrenheit die uns über den Pendo-Verlag bereits zur Verfügung stehenden Ressourcen in Vertrieb, Marketing und PR.

Kontakt: vertrieb@pendo.de
Die Website www.fahrenheit-verlag.de wird ab Ende Januar 2008 freigeschaltet sein.

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