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Zürcher „Tagesanzeiger“ über ein halbes Jahr ohne Preisbindung: Preise steigen allgemein, nur ein paar Bestseller sind billiger

Nach einem halben Jahr ist das versprochene Konsumenten-Bücher-Paradies nicht in Sicht, analysiert der Zürcher „Tagesanzeiger“ in einem langen Bericht: „Einige Bestseller sind billiger, viel mehr Titel teurer geworden. Die meisten Händler warten ab“.

„Was ist passiert?“ resümiert das Blatt das preisbindungsfreie halbe Jahr in der Schweiz und kommt zu einer nüchternen Bilanz: Unmittelbar nach dem Entscheid des Bundesrates begann tatsächlich der vorhergesagte Preiskampf. Aber nur bei den Bestsellern. Und im Internet. Dort finden aber nur 10 Prozent der Buchkäufe statt. Weltbild und Ex Libris, beides Ketten, die sich auf ein eher schmales Sortiment mit gängigen Titeln konzentrieren, senkten die Preise teilweise massiv. Orell Füssli konterte mit einer ‚Best Price’-Linie, die auch massiv beworben wurde: 30 Bestseller bot man mit Rabatten zwischen 10 und 30 Prozent an. Die Auswahl wird regelmässig angeglichen, sodass im Lauf eines Jahres mehrere Hundert Bücher (oder vielmehr deren Käufer) in den Genuss eines deutlichen Nachlasses kommen. Andrerseits kann ein Buch, das gestern noch mit 24.90 Franken ausgezeichnet war, morgen 10 Franken mehr kosten. (Das kann ausserordentlich irritierend sein und beim Kunden das Gefühl erzeugen, zu spät oder zu früh, jedenfalls falsch gekauft zu haben.)

„Die betroffenen Titel machen übers Jahr etwa 5 Prozent des Umsatzes aus; merkliche Zuwächse hat die Aktion“, so Hans Peter Joos, Mitglied der Geschäftsleitung von Orell Füssli, „nicht gebracht. Andrerseits fressen die Rabatte natürlich einen Teil der Rendite weg. Das muss anderswo wieder hereingeholt werden: durch Preiserhöhungen.“

„Wir alle gehen mit den Preisen hoch“, zitiert der „Tagesanzeiger“ auch Marianne Sax, die eine Buchhandlung in Frauenfeld führt. Hoch gehen sie bei den „Nicht-Mainstream-Titeln“, hat Urs Heinz Aerni beobachtet, Präsident des VUKB, der Interessenvertretung von 80 unabhängigen Buchhandlungen. Dani Landolf, Geschäftsführer des Buchhändler- und Verlegerverbands (SBVV), bestätigt den allgemeinen Preisanstieg; harte Zahlen sind aber noch nicht greifbar.

Weiterlesen: http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/buecher/814091.html

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