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CartoTravel: Schließung aller Standorte zum 30. September beschlossen / Allen Mitarbeitern soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt werden

Das kommt nicht unerwartet – bitter ist es trotzdem: Wie erst gestern bekannt wurde, hat die vom neuen Gesellschafter MairDumont bestellte Geschäftsleitung von CartoTravel bereits am 2. Juli, also nur zwei Tage nach dem Kauf der Gesellschaftsanteile, beschlossen, alle Standorte des Verlages zum 30. September zu schließen und allen Mitarbeitern zum nächstmöglichen Zeitpunkt betriebsbedingt zu kündigen. [mehr…], [mehr…] [mehr…]. „Dies geschah bislang ohne genauere Information gegenüber dem Betriebsrat in Bad Soden und noch bevor Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan überhaupt begonnen wurden“, meldet der Betriebsrat des Verlags.

Alle Bemühungen der Belegschaft im Vorfeld des Verkaufs, die Schicksale der Mitarbeiter zu berücksichtigen und die Zahl der Entlassungen so gering wie möglich zu halten, blieben erfolglos. Die Befürchtungen des Betriebsrates sind nun in aller Härte eingetroffen bzw. werden von der Realität noch übertroffen.

„Es ist vollkommen unverständlich, warum einerseits MairDumont ein angeblich hoch defizitäres Unternehmen kauft, um es dann schnellstmöglich ‚auszuschlachten’ und alle Mitarbeiter zu entlassen. Andererseits ist es äußerst fragwürdig, warum das Präsidium des ADAC e.V. diese für alle Mitarbeiter härteste Variante des Verkaufs wählte. Es wurden keine Versuche seitens der Belegschaft und des Betriebsrates ausgelassen, dem Präsidium vor der Entscheidung die harten Auswirkungen des Verkaufs an MairDumont und die positive und zunehmend zukunftsfähige Entwicklung innerhalb des Unternehmens aufzuzeigen. Um so mehr verwundert, dass dennoch der Verlust des positiven Images des ADAC, auch als ‚einer der besten Arbeitgeber Deutschlands’, riskiert wurde“, heißt es in der Presseerklärung des Betriebsrates weiter.

Wie berichtet, hatte der ADAC Verlag das in Bad Soden ansässige Unternehmen CartoTravel vor zwei Jahren als 100%-Tochter übernommen und umfassende, kostenintensive Restrukturierungsmaßnahmen in Gang gesetzt. Auch die Produktpalette wurde auf Wunsch des ADAC erweitert, mit entsprechenden Kosten.

„Gewisse Altlasten, die als Sondereffekte zu hohen Verlusten in den letzten beiden Jahren führten, waren dem ADAC nicht nur bekannt, man musste sie sogar als eigene Managementfehler einräumen, die nichts mit dem operativen Geschäft zu tun haben. Dass der auf fünf Jahre angelegte Sanierungsplan schon nach zwei Jahren mit dem Verkauf an die Konkurrenz abgebrochen würde und zur Zerschlagung des Verlags führte, hätte niemand in der Belegschaft für möglich gehalten. Dementsprechend sind die Mitarbeiter zutiefst bestürzt und frustriert über diese aktuelle Entwicklung“, ist das Fazit der Presseerklärung.

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