
Die Firma Enagain in Zürich verkauft ab sofort nicht nur antiquarische Bücher, sondern auch neue [mehr…]. Auf das gesamte Neusortiment werden 15 bis 30 Prozent Ermäßigung gewährt. Am Lager sind laut Unternehmen rund 25.000 Titeln. Kunden können per Rechnung oder Kreditkarten bezahlen, ab 30 Franken werde kostenlos geliefert, so Inhaber Beat Decasper.
Urs Heinz Aerni stellte dem Geschäftsinhaber Beat Decasper Fragen:
Aerni: Sie erweitern Ihr Angbot mit neuen Bücher. Die Reaktion nach dem Fall der Buchpreisbindung?
Decasper: Unsere Absicht war, unabhängig vom Fall der Preisbindung den Verkauf von neuen und gebrauchten Büchern zu kombinieren, um für den Endverbraucher preislich und inhaltlich attraktiv zu sein. Nach dem Fall der Preisbindung haben wir die Preise für neue Bücher und Hörbücher um 15%-30% gesenkt, denn wir positionieren uns klar im Tiefpreissegment.
Welche Kundschaft möchten Sie ansprechen?
Personen, die gern und günstig lesen möchten. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Jemand, der den aktuellen Krimi von Donna Leon lesen möchte, dabei aber noch gerne zwei gebrauchte Krimis von Chandler und Simenon für je 3 Franken mitnimmt. Daneben sprechen wir Personen an, die spezifisch vergriffene Literatur suchen oder einfach günstig einkaufen wollen und gerne stöbern.
Sie haben auch einen Laden. Wie groß ist ungefähr Ihr Angebot?
Im Laden halten wir nur einen kleinen Teil unseres Sortiments, im Moment mehrere tausend vor allem gebrauchte Bücher. Unser Laden dient in erster Linie als Kontaktpunkt für Kunden, die bestellte Bücher abholen oder gebrauchte abgeben möchten.
Sehen Sie sich eher als Buchhandlung im Sinne eines Discounters, oder bieten Sie auch fachliche Beratung an?
Weder noch. Wir sehen uns in erster Linie als „Buchrecycler“. Wir möchten, dass gute Bücher mindestens zweimal gelesen und dann nicht fortgeworfen werden, deshalb holen wir Bücher im Großraum Zürich gratis ab. 80% unseres Bestandes an gebrauchten Büchern wäre sonst im Müll gelandet. Dass der Endkunde preislich davon profitiert, ist umso besser.
Kann auch bestellt werden, oder gibt’s einfach das, was so reinkommt?
Man kann alle neuen Bücher bestellen (1,8 Mio Titel). Mit 25.000 gebrauchten Titeln sind wir einer der größten Anbieter in diesem Segment in der Schweiz.
Was motiviert Sie, in den Buchhandel einzusteigen, obwohl Sie nicht aus der Brache kommen?
Die Freude am Lesen und unser Know-How in der Informatik. Wir konnten unsere Plattform selber entwickeln und dabei umsetzen, was uns wichtig schien, zum Beispiel ein ausgeklügeltes Lagerhaltungssystem für die gebrauchten Bücher. Wir werden demnächst die gesamte Plattform fünfsprachig anbieten und können dann endlich unsere Tausende englischer, französischer, italienischer und spanischer Bücher anbieten, die im Moment noch „im Dunkeln“ ausharren. Auch einer Expansion ins Ausland steht uns nichts im Wege.






