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G8-Polizeiaktion in Berlin: Auch Buchhandlung „Schwarze Risse“ und Verlag Assoziation A durchsucht

RAF-Debatte und G8-Gipfel machen die Staatsdiener augenscheinlich nervös. Am Morgen des 9. Mai hat die Bundesanwaltschaft begonnen, bundesweit 40 linke Projekte, Wohnungen und Arbeitsplätze zu durchsuchen.

An der Aktion waren dem BKA zufolge 1000 Polizeibeamte beteiligt. Als Begründung wird der Verdacht auf die Gründung einer terroristischen Vereinigung nach §129 vorgebracht. Deren Ziel soll es sein, den Ablauf des G8-Gipfels in Heiligendamm mit Brandanschlägen zu stören.

Betroffen war in Berlin auch der Mehringhof, das Gebäude, in dem u.a. der Verbrecher Verlag und die Buchhandlung Schwarze Risse arbeiten. Viel Phantasie bewiesen die Beamten freilich nicht: Durchsucht wurde die Buchhandlung und der Verlag Assoziation A, nicht der Verlag mit dem herausfordernden Namen.

Frieder Rörtgen von Schwarze Risse schildert buchmarkt.de, wie es gestern abgelaufen ist: Früh um 8 Uhr wurden in der Buchhandlung und im Verlag Assoziation A die Schlösser aufgebrochen – insgesamt waren im Mehringhof 80 Beamte im Einsatz. Sechs Beamte machten sich in der Buchhandlung zu schaffen, kramten in Unterlagen, nahmen den Computer mit (der inzwischen wieder an Ort Stelle ist).

Durchsucht wurde die Buchhandlung wegen dem bei Assoziation A erschienenen (und gerade neu aufgelegte) Buch Autonome in Bewegung, das letztes Jahr indiziert werden sollte – aber schließlich fand sich keine rechtliche Handhabe für dieses Vorgehen. Vorwurf: In diesem Buch schreiben mögliche Drahtzieher einer möglichen Anschlags… Rörtgen bleibt gelassen: Es war nicht die erste Polizeiaktion in der Buchhandlung.

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