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AKS beginnt heute mit ihrer Arbeitssitzung / Gestern: Ilona Rehme offiziell verabschiedet / Dr. Kyra Dreher stellt sich vor

Bewegender Moment gestern beim gemeinsamen abendlichen Essen des

Abschied: Ilona Rehme und Anne v. Bestenbostel

Arbeitskreises kleinerer Sortimente (AKS): Der AKS verabschiedete seine ehemalige Sprecherin Ilona Rehme nun offiziell. Rehme hatte mit ihrem Rücktritt bereits vor einigen Monaten Konsequenzen aus der Affäre um die BAG gezogen, da sie aus ihrer Sicht mit einem Ultimatum dazu seitens des Börsenvereins gezwungen werden sollte, eine Entscheidung für die Annahme eines Kredits zu stimmen. In einem Rückblick würdigte die Vorsitzende des Sprecherkreises Anne v. Bestenbostel

Dr. Kyra Dreher

die Leistungen von Rehme für den AKS.

Den versammelten Mitgliedern stellte sich zu Beginn des heutigen Arbeitstages die neue Geschäftsführerin des Sortimenterausschusses Dr. Kyra Dreher vor.

Mit der Frage, wie das Sortiment auf das wachsende Durchschnittsalter der Kunden reagieren solle, begann der inhaltliche Teil des AKS. Referent Roland Schoeffel gab noch einmal bekannte Zahlen zur Kenntnis, die das Sortiment, wie er sagte, noch nicht ausreichend berücksichtige: 2050 betrage der Alterdurchschnitt der bundesdeutschen Bevölkerung 50 Jahre.

Das Plenum

Er zeigte an Hand eines Alterssimulationsanzuges, wie sich eine Buchhandlung darauf vorbereiten könne.

Im Alterssimulationsanzug: Falko Micklich,
Referent Roland Schoeffel

Der Anzug sollte einen Einblick in die veränderte Lebenswelt der Älteren geben. Dabei gäbe es viele kleine Einschränkungen von der schlechteren Sehfähigkeit über eingeschränkte Hör- und Bewegungsfähigkeit bis hin zu einer verlangsamten Reaktions- und veränderten Denkfähigkeit, die diese Lebenswelt ausmache. So lasse zum Beispiel auch die Reichweite der Arme in die Höhe nach. Das sei bei der Regalhöhengestaltung zu berücksichtigen.

Positiv für den Handel: Während die Merkfähigkeit sinke, verbessere sich die Denkfähigkeit. Das Interesse an Büchern und ihren Inhalten bleibt hoch. Dem sollte der Handel Rechnung tragen…

Ellen Braun

In einem weiteren Teil stellten die Unternehmensberater Ellen Braun und Joachim Merzbach Kriterien vor, wie eine Buchhandlung ihre Position im Markt bestimmen kann. Im Bild eines Baumes zeigte Braun zunächst neun Erfolgsmerkmale auf, mit denen der Sortimenter seinen Erfolg oder Misserfolg messen kann.

„Wer in Zukunft effektiv wirtschaften will, kann damit seine Position bestimmen und

Joachim Merzbach

formulieren, wohin er mit seinem Unternehmen will“, so Braun. Noch immer kümmerten sich viel zu wenig Buchhandlungen um ihre Zahlen, gab sie zu bedenken.

Dass es keine Spielerei ist, die Zahlen aus dem Unternehmen zu ermitteln und zu vergleichen, sondern praktische Auswirkungen haben kann, zeigte Joachim Merzbach in seinem Vortrag auf. „Es reicht nicht, seine Konditionen zu kennen“, sagte er. Nur wenn auch die Lagerumschlagsgeschwindigkeit dazu stimme, werde ein Erfolg aus dem Einkauf, so der Vortragende.

Der Baum der Erfolgsfaktoren

Außerdem: Nur wer den Verkauf bis auf die Ebene der Warengruppen ermittele, kann herausfinden, wo er unter Umständen zu viel Ware in den Regalen hat. Merzbach empfahl, nicht nur deshalb die Zahlen im Blick zu behalten. „Die nachträgliche Remission eines Buches kann bis zu zwei Euro an Handlingskosten verursachen“, rechnete er vor.

Weiterhin machte Merzbach einen verblüffenden Test unter den 157 Teilnehmern. Er fragte, wer seine persönliche Ratingzahlen, wie sie die Banken im Zuge von Basel II anlegen müssten, denn kenne? 20 Sortimenter meldeten sich. „Wer die nicht weiß, hat schlechte Karten bei den Verhandlungen mit der Bank“, warnte Merzbach.

Schließlich warnte Merzbach vor falschen Vorstellungen über den Wert einer Buchhandlung. Häufig beurteilten Buchhändler diesen nach der eigenen Arbeit und Energie, die sie hinein gesteckt hätten. „Der Wert ist nicht der Preis. Am Ende entscheidet der Markt über den Preis, und dieser kann nur auf Grund von Zahlen ermittelt werden“, so der Unternehmensberater.

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