Die Buchbranche blicke insgesamt positiv in die Zukunft, das hat heute Börsenvereins Vorsteher Dr. Gottfried Honnefelder den Medien in den Notizblock geschrieben:
Gut ein Viertel der Buchhändler geht nach einer Untersuchung des Instituts für Handelsforschung in Köln von einer guten bis sehr guten Umsatzentwicklung im nächsten Halbjahr aus, weit über die Hälfte rechnet mit durchschnittlichen Umsätzen.
Und: „Von der Leipziger Messe werden auch in diesem Jahr wieder viele Impulse für den Buchmarkt ausgehen“, sagte Honnefelder anlässlich der Pressekonferenz zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse. Das große Lese- und Leserfest in Leipzig rücke die vielen Neuerscheinungen des Frühjahrs ins rechte Licht und biete eine große Plattform für Verlage, Autoren, Bücher und ihre Leser.
„Nach ersten Schätzungen verbuchte die Buchbranche 2006 zum dritten Mal in Folge ein leichtes Plus“, so Honnefelder. Der Buchmarkt in Deutschland konsolidiert sich auf einem mittlerem Niveau. „Das stimmt zuversichtlich, nimmt vielen Branchenteilnehmern jedoch immer noch nicht den wirtschaftlichen Druck“, sagt Honnefelder. Großen Einfluss hätten die Konzentrationsprozesse, mit denen sich der Buchhandel insbesondere im vergangenen Jahr auseinandersetzen musste. Immer wichtiger werde für die Buchbranche das gemeinsame Projekt „Volltextsuche online“, eine Datenbank und Such-Plattform, auf die derzeit die deutschen Verlage ihre Titel digital einstellen. Damit könnten neue Vermarktungswege für Literatur erschlossen werden, die im digitalen Zeitalter dringend notwendig werden.
Weiter im Trend liegt die Belletristik. Seit drei Jahren steigt in diesem Segment der Umsatz – im Jahr 2006 um 4,1 Prozent. Das hat Auswirkungen auf den Marktanteil der Belletristik, der 2006 mit 32,3 Prozent um 1,5 Prozentpunkte höher als 2005 liegt. Verantwortlich für dieses Plus sind mit einem Umsatzanstieg von fast 11 Prozent im vergangenen Jahr insbesondere die Romane, die über die Hälfte des Umsatzes der Warengruppe Belletristik ausmachen.
Umsatzeinbußen von etwa 9 Prozent hatte 2006 das Segment Kinder- und Jugendbuch. Grund dafür sind fehlenden Bestseller wie im Jahr 2005, beispielsweise von J. K. Rowling oder Cornelia Funke.
Auf Erfolgskurs bleibt das Hörbuch: Dieses Segment hatte 2006 gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzzuwachs von 17,4 Prozent, damit stieg der Umsatzanteil der Audiobooks am gesamten Buchmarkt von 3,6 auf 4,2 Prozent an. Diesen Erfolg bestätigen auch die Buchhändler: Rund 25 Prozent sprechen von einem besseren Umsatz mit Hörbüchern. Gefragt ist hier insbesondere die Belletristik, die bei Hörbüchern mittlerweile einen Umsatzanteil von fast 60 Prozent hat, immer beliebter werden auch gesprochene Kinder- und Jugendbücher, ihr Umsatzanteil lag 2006 bei 28,3 Prozent.