Lothar-Günther Buchheim ist am Donnerstag im Alter von 89 Jahren an Herzversagen gestorben.
Seinen Lebenstraum hatte sich der streitbare Verleger, Sammler, Maler und Autor mit dem 2001 eröffneten „Museum der Phantasie“ in Bernried am Starnberger See erfüllt.
Dort hat Buchheims umfassende Expressionisten – Sammlung ihre Heimat gefunden.
Furore machte Buchheim jedoch nicht nur als Kunstsammler und Fotograf, sonder auch als ein großartiger Maler, Verleger und Autor: Sein 1973 erschienener dokumentarischer Roman „Das Boot“ über seine Erfahrungen als U-Boot-Berichterstatter im Zweiten Weltkrieg, wurde ein internationaler Bestseller.
Ich weiß noch, wie ich bei der ersten nicht-öffentlichen Lesung aus seinem Roman dabei war (bis dahin kannte ich Buchheim nur als Kalender-Verleger): Das war noch vor Erscheinen des Buches, in Wemding, bei einer Marketingveranstaltung des Bayerischen Landesverbandes im Kreise von Werbeleitern der Buchbranche. Es gab sofort Krach mit einem ehemaligen U-Bootmann, der als Referent auch eingeladen war und sich und seine Kriegskameraden von Buchheim verunglimpft fühlte.
Der griff nach seinem vollen Wasserglas und warf es in Richtung seines Kritikers – das war Buchheim, der auch hier Kritik offensiv anging.
Für Buchheim war das Sammeln von Kunst übrigens nie Selbstzweck. „Eigentlich ist deswegen auch der Begriff Sammler falsch. Ich wollte einfach Bilder um mich haben, aber keine Kunstschätze horten“, sagte er einmal. Für ihn gehörten Kunstsammlungen in den Besitz der Öffentlichkeit, und dies wollte er mit seiner Stiftung und dem Museum erreichen.
Er soll nach Angaben der Staatskanzlei im engsten Kreise beerdigt werden.
Wir trauern mit seiner Frau Diethild um einen streitbaren Weggefährten, um den sich viele Anekdoten ranken. Wir werden manche gelegentlich erzählen.
C.v.Z