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Bertelsmann überprüft Strategie und denkt über Engagement im Bereich der Wissenschafts- und Schulbuchverlage nach

Es klingt kaum glaubhaft, aber so steht es am 15. Dezember im „manager magazin“, wie das Blatt eben in einer Presseerklärung verbreitet: Nach dem Rückkauf der Beteiligung von Anteilseigner Albert Frere und ein Jahr vor dem Wechsel an der Konzernspitze befasse sich die Bertelsmann AG mit einer grundsätzlichen Überprüfung sowohl ihrer Strategie wie ihres Portfolios, berichtet Klaus Boldt im „manager magazin“. Auf einer Vorstandssitzung Ende Oktober wurde unter anderem über ein Engagement im Bereich der Wissenschafts- und Schulbuchverlage gesprochen. Auch mögliche Akquisitions- und Beteiligungsziele wurden diskutiert, darunter der kanadische lnformationsdienstleister Thomson.

Aufgrund der hohen Verschuldung der Bertelsmann AG (Umsatz: 17,9 Milliarden Euro) von knapp 9 Milliarden Euro, heißt es in dem Bericht weiter, sei der Eintritt in diesen Markt indes nur schwer finanzierbar. Mittelfristig sei es deshalb nicht ausgeschlossen, dass sich Bertelsmann von Unternehmensbereichen trenne: Das „manager magazin“ nennt in diesem Zusammenhang die Musiksparte BMG, die Direct Group (Buchclubs) und das Verlagshaus Gruner + Jahr.

Die Entscheidung über die Nachfolge von Vorstandschef Gunter Thielen (64) fällt Anfang des Jahres: Am 18. Januar tritt der Personalausschuss des Unternehmens zusammen, einen Tag später trifft der Aufsichtsrat die Entscheidung.

Hartmut Ostrowski (48), Chef der Druck- und Servicesparte Arvato, und Ewald Walgenbuch (47), Chef der Direct Group, werden zurzeit laut „manager magazin“ die größten Chancen eingeräumt: Sollte die Wahl auf Ostrowski fallen. könnte für ihn Rolf Buch (41) in den Bertelsmann-Vorstand einrücken; im Falle Walgenbachs wäre es der Buchclub-Deutschland-Chef Fernando Carro (42).

An der Konzernspitze selbst wird es nach dem Ausscheiden Thielens nicht die Position eines stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden geben. Dies sei „derzeit nicht angedacht“, sagte Thielen dem „manager magazin“.

Thielen selbst rückt 2008 in den Aufsichtsrat der Bertelsmann AG ein: Falls er Vorsitzender werden sollte, ist damit zu rechnen, dass der amtierende Aufsichtsratschef Dieter Vogel (65) das Gremium verlässt. Das Magazin zitiert einen Insider mit den Worten: Vogel wolle für Thielen nicht „den AR-Vize spielen”. Wahrscheinlich wird Vogel, der — wie Thielen – zu den Vertrauten der Eigentümerfamilie Mohn gehört „eine andere wichtige Rolle” im Konzern übernehmen.

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