Der Rat der Stadt Düsseldorf hat ein handfesten Streit im eigenen Hause, der nordrhein-westfälische Landtag ein Diskussionsthema. Grund: Die Entscheidung der Jury, den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf an Peter Handke zu verleihen [mehr…].
Wie der Rat mitteilte, sei die Entscheidung im 150. Todesjahr von Heine noch nicht endgültig, der Rat habe noch ein Mitspracherecht, wonach die Entscheidung noch kippen könnte. SPD, Grüne und FDP kritisierten die Entscheidung heftig – und haben im Rat die Mehrheit, schreibt die Rheinische Post.
Das Blatt zitiert auch eine erste Stimme aus der Staatskanzlei von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU): Die Entscheidung sei „einfach nicht nachvollziehbar“, heißt es. Auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat sich eingemischt und sagte gegenüber der RP, ihr erschließe sich die Begründung der Jury nicht.
Handke wird vor allem wegen seiner positiven Haltung gegenüber Slobodan Milosevic kritisiert. Er hielt auch eine Grabrede auf den ehemaligen serbischen Ministerpräsidenten. Zuvor war Handkes „Spiel vom Fragen“ von der Comédie Française abgesetzt worden. Die Welt zitiert ausführlich Handkes umstrittenen Aschwitzvergleich in Bezug auf die westliche Haltung gegenüber dem jugoslawischen Machthaber.
Lediglich Hans-Ulrich Klose (SPD) und NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) verteidigten die Entscheidung der Jury, ohne aber sich Handkes Position zu Milosevic zu eigen machen zu wollen. Mitgleider der Jury sind unter anderem: Gabriele von Arnim, Sigrid Löffler, Julius H. Schoeps und Christoph Stölzl.






