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Fünf Fragen an Vanessa Badroodien, Messechefin Cape Town Book Fair: Das Konzept der CTBF

Am 16. Juni – 30 Jahre nachdem die Schüler von Soweto auf die Straße gingen – startet die Cape Town Book Fair (CTBF) [mehr…]. Was im Vorfeld auffällt, ist der Enthusiasmus und die Vorfreude aller vor Ort Beteiligten. Ihr sehnlichster Wunsch ist die Eröffnung der Messe durch Nelson Mandela, dessen Vision „footsteps to freedom“ ohne Bildung nicht vorstellbar wäre. BuchMarkt sprach mit Messechefin Vanessa Badroodien.

Vanessa Badroodien

BuchMarkt: In Ihrer ursprünglichen Konzeption lag ein Schwerpunkt auf dem Literatur-Event, das an verschiedenen Orten und auch in den Townships stattfinden sollte. Was hat sich geändert?
Vanessa Badroodien: In Deutschland haben Sie mit dem Besuch fast jeder Buchhandlung das Erlebnis, in eine Bücherwelt einzutauchen. Das ist hier in Südafrika anders. Indem wir uns gegen das dezentrale Veranstaltungsmodell entschieden haben und die Leute an den zentralen Messeort holen, haben wir den Fokus auf das Erlebnis einer vielfältigen und enorm umfangreichen Bücherwelt gelegt.

Wen erwarten Sie als Besucher?
Bei unserem Auftrag versteht es sich von selbst, dass wir besondere Programme für die „primary school“ und für die „high school“ anbieten. Im Übrigen fahren wir ein kurzfristig angelegtes Werbekonzept: Plakatkampagne mit einem Vorlauf von zwei Wochen, begleitet von einer intensiven Radio-Kampagne durch die populären Radiomoderatoren. Im Printbereich ist die „Sunday Times“ unser Medienpartner mit einem Supplement im Vorfeld und täglicher, kurzer Berichterstattung in Form von „hand-outs“ auf der Messe.

Gibt es Aktionen vom Buchhandel zur Unterstützung der Messe?
Dieses Jahr ist unser Ziel, dass die Buchhändler selber die Messe besuchen. Dann können sie in den folgenden Jahren als Multiplikatoren wirken.

Wie viele Besucher erwarten Sie auf der 1. CTBF?
Als Publikum sprechen wir Besucher aus dem Großraum Kapstadt an. Ich glaube, dass wir in den vier Tagen etwa 30.000 Besucher zählen werden.

Wo sehen Sie eine weitere Perspektive für die CTBF als Messe?
Zu diesem Zeitpunkt ist alles Spekulation, aber es gibt Fragen, denen wir gerne nachgehen wollen. Unsere Hauptanstrengung gilt der Ausbildung der Kinder. Aber auf dem Buchmarkt gibt es zu wenig Literatur, die das Identifikationsbedürfnis einer so bunten, multilingualen Gesellschaft mit so unterschiedlichen ethnischen Wurzeln aufgreift. Hier sehe ich einen thematischen Schwerpunkt. Außerdem stellt sich die Frage nach einer engeren Zusammenarbeit mit Ländern Südamerikas, mit Indien – Länder, in denen die Forderung nach Bildung mit einer ähnlich schwierigen ökonomischen Situation verbunden ist.

Interview: Ilse Baumgarten

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