„Herzlichkeit, Begeisterung und Fürsorge“. Elias Canetti schrieb rückblickend auf, warum der Kieler Buchändler Eckart Cordes mit den Lesungen für seine Buchhandlung so erfolgreich werden konnte. Die Geschichte des heute 73-jährige Cordes wie sie die dpa ohne erkennbaren Anlass aufgeschrieben hat, ist eine Geschichte eines unglaublichen persönlichen Engagements.
Das altmodische „Marketingkonzept“, das Canetti auf den Punkt bringt, funktioniert bis heute. Wenn der Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Andreas-Gayk-Medaille weiterhin große Autoren in seine Heimatstadt holt, ist es noch immer wie beim ersten Mal: „Ich zittere vor jedem Abend, ob er ausverkauft ist oder schlecht besucht“, sagt Cordes.
Und damals wie heute zeigt sich, dass Marketing nicht in Zahlen definierbar ist. Nach der ersten Lesung mit Uwe Johnson habe kein einziger der damals 130 Zuhörer anschließend ein Buch gekauft, sagt Cordes kopfschüttelnd. Aber es hat funktioniert: Erst vor sechs Jahren hat Cordes seine Buchhandlung gewinnbringend verkauft.