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DREI FRAGEN AN: Johannes Thiele zum Kauf des Europa Verlags Wien

buchmarkt-online: Was steckt hinter Ihrem Verlagskauf? [mehr…] Wird es nun zwei Europa Verlage geben?

Johannes Thiele

Johannes Thiele: Mehrere Europa Verlage – das ist Tradition. Bis in die achtziger Jahre hinein gab es neben dem Europa Verlag Zürich immer den Verlag in Wien, zwischenzeitlich noch Verlagssitze in New York, Stuttgart usw. Ich sehe das nicht als Nachteil, sondern als Vorteil. Die Programme werden unterschiedlich genug sein und darüber hinaus aufeinander abgestimmt. Der Verlag in Wien lag über fünfzehn Jahre still, niemand wußte etwas mit ihm anzufangen. Nun: Ich weiß es.

Woher nehmen Sie den Mut – und das Geld?
Ich habe lange nach einem Projekt gesucht, das mich reizen und meine verlegerischen Ambitionen beflügeln könnte. Jetzt, da ich es gefunden habe, setze ich buchstäblich alles ein, was ich bin und habe. So simpel ist das. Es gibt keinen Financier im Hintergrund, einen Mäzen schon gar nicht. Womit aber auch klar ist, daß es wirklich ein „kleiner“ Verlag sein wird, der sich hier auf den Weg macht. Und manchmal werde ich wohl auch im dunklen Wald pfeifen. Es gibt ein schönes Diktum, das auch für mich gilt: „Es ist hoffnungslos und heroisch, Bücher zu verlegen. Wir tun es trotzdem.“

Österreich gilt als schwieriges Terrain für Verlage. Wird der Europa Verlag Wien auch von Wien aus geführt?
Der Verlag wird seinen Sitz in Wien haben. Alles andere hätte keinen Sinn. Er hat in Österreich seine Wurzeln und wird als unabhängiger, privat geführter Verlag mit einem durchdachten, intelligent gemischten Programm aus Belletristik, Sachbuch und literarischem Geschenkbuch sein Glück versuchen. Daß ein wesentlicher Akzent seines programmatischen Wirkens auf Österreich liegt, ist angesichts seiner beeindruckenden Tradition und seiner Aura selbstverständlich. Wer mich kennt, weiß: Mich hat Wien immer fasziniert. Nicht nur Kaiserin Elisabeth.

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