Sie zog sich in den letzten Jahren ihres Lebens ganz in ihre Pariser Wohnung zurück. Nur wenige wissen, dass Marlene Dietrich damals ihre quälende Schlaflosigkeit nicht nur mit Alkohol und Tabletten, sondern auch mit Schreiben bekämpfte. 13 Jahre nach dem Tod der Diva hat ihre Tochter Maria Riva jetzt „Nachtgedanken“ herausgebracht, eine Sammlung von Gedichten, die ihre Mutter in einsamen Nächten schrieb.

„Sie hatte es einfach satt, Marlene zu sein,“ sagte die 81-Jährige bei der Vorstellung des bei C.Bertelsmann erschienenen Buches im Filmmuseum Berlin. Deshalb und nicht aus Eitelkeit, wie viele meinen, sei sie zur Einsiedlerin geworden.
„Diese Texte, Gedanken zu den versunkenen Ikonen des 20. Jahrhunderts, verdienen Öffentlichkeit“, so Verleger Klaus Eck bei der Buchpremiere. Und wirklich: Der Leser lernt eine völlig neue Seite der Diva kennen und erfährt, was Marlene Dietrich dachte über berühmte Zeitgenossen wie Simone Signoret, Hildegard Knef, Alberto Giacometti oder Ernest Hemingway. Und wie Maria Riva in Berlin ankündigte, hat sie ihr nächstes Projekt schon im Kopf: ein Kochbuch mit Rezepten der Dietrich.







