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12.6.2005: Dr. Manfred teNeues (80)

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Verleger Dr. Manfred teNeues am 12. Juni 80 Jahre alt geworden.

Dr. Manfred teNeues

Das Stichwort “alt” scheint in diesem Zusammenhang nur begrenzt zu stimmen: Er ist bester Gesundheit und spielt regelmäßig Golf; sitzt jeden Tag am Computer, beantwortet seine Mails und informiert sich über das Geschehen im Verlag – obwohl die Geschäfte des Verlages bei seinen beiden Söhnen Hendrik und Sebastian “in besten Händen” sind.

Er sagt das gelassen, hat auch sofort die Zahlen parat: 140 Mitarbeiter, weltweit Umsatz von 33 Mio., jährlich 500 Kalendertitel und 80 Buchnovitäten, 240 lieferbare Titel und 100 Nonbooks. “Ich mische mich da überhaupt nicht ein“, erklärt teNeues. Mit seinem nur noch 4 Prozent-Anteil am Verlag habe er ja sowieso nur die Möglichkeit, das Zünglein an der Waage zu sein, „falls die beiden mal nicht einer Meinung sind.”

Fit gehalten hat ihn wohl besonders die Tatsache, dass er noch bis zum Alter von 1974 aktiv in der Geschäftsführung tätig war, mit einer Nachfolgeregelung, auf die er sichtlich stolz ist und die gut funktioniere (seine beiden Söhne bestätigen das), weil er ein „Loslasser“ sei (nur so könne eine Nachfolge funktionieren – und deswegen funktioniere sie so selten): “Viele Firmen schaffen den Übergang in die dritte Generation – wie bei uns – ja nicht, das ist das Hauptproblem des Mittelstands.”

Dass die teNeues-Familie – typische Mittelständler am Niederrhein – so gut den veränderten Rahmenbedingungen trotzen, daran hat der Unternehmer Manfred teNeues großen Anteil: Nach Kriegsende half er mit beim Wiederaufbau der väterlichen Druckerei in Kempen und kehrte dorthin nach dem Betriebswirtschaftsstudium zurück, um 1952 neben seinem Vater und dann neben seinem Bruder Jan Geschäftsführer zu werden.

Kerngeschäft waren Druckerzeugnisse für die werbetreibende Wirtschaft und seit 1958 auch schon Kunstkalender für den Handel und für Werbezwecke; 1964 kam eine Glückwunschkarten-Kollektion dazu.

1977 gründete Manfred teNeues mit diesen Druckereiabteilungen den teNeues Verlag; da war er 52 Jahre alt. In einem Alter also, in dem andere schon über ihre eigenen Nachfolger nachdenken, machte sich der Kempener erstmals selbständig; die “wirkliche Selbständigkeit “ (teNeues) kam noch später, nämlich erst 1983: Da schied er als Geschäftsführer aus der Druckerei (deren Gruppenumsatz liegt heute bei 50 Millionen) aus und tauschte mit seinem Bruder die restlichen Anteile. TeNeues: „Das sollte das Fundament dafür sein, den Nachkommen der beiden Familien mit jeweils 100 Prozent der Anteile an Verlag und Druckerei eigene unternehmerische Chancen und Perspektiven zu bieten.“

Ach so, das mit dem Loslassen klingt nicht sehr glaubwürdig, wenn man sich erst mit 74 Jahren vom Unternehmen trennt. Aber der Kempener wirbt um Verständis: Ich hatte den Verlag doch erst mit 52 gegründet – und schließlich ist Sebastian, der jetzt mit seinem 17 Jahre älteren Bruder das Unternehmen führt, damals erst dreißig gewesen.”

Das Loslassen hat wohl nur geklappt, weil er wirklich Vertrauen in die Fähigkeiten seiner beiden Söhne gehabt hat: Denn das Klavierspielen, dass er erst im Alter von 60 Jahren gelernt hat, betreibt er auch jetzt noch mit größter Leidenschaft; nimmt immer noch Klavierunterricht…..

Kontakt: mteneues@teneues.de

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Eine Antwort

  1. Durch Zufall bin ich auf diese Veröffentlichung gestossen. Mein Name John-Louis Pastor, früher gerufen Johnny. Ich wohnte, Spross einer Krefelder Familie, auf dem Bismarkplatz. Mit 10 Jahren wurde ich dann nach dem Tode meiner Mutter in ein süddeutsches Internat geschickt. Seit 45 Jahren wohne ich in Süddeutschland. Ist Manfred mein kurzfristiger Jugendfreund?

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