„Dass Buch und Show eher keine Ehe eingehen sollten, zumindest das hat das traurige Ende des in Leipzig verliehenen Deutschen Bücherpreises gelehrt. Der mehr oder minder peinliche Versuch, Poesie und Schlager zu versöhnen, misslang gründlich. Doch warum, weil da ein Konzept gescheitert ist, auch der Standort aufgegeben wird, ist schwer einzusehen“, schreibt die „Leipziger Volkszeitung“ am Wochenende. Verleger Elmar Faber (Faber & Faber) kommentiert diesen Schritt des Börsenvereins entschieden: „Ein arroganter Entschluss. Bedauerlich der Mangel an historischem Verstand und kulturpolitischer Weitsicht. Porsche und BMW gehen nach Leipzig, der Börsenverein verbeamtet sich dagegen in Frankfurt am Main.“
Auch andere Stimmen äußern Befremden, Protest, Unverständnis mit der Entscheidung, den vom Börsenverein getragenen Deutschen Bücherpreis zu beerdigen – und ihn in der Hessenmetropole als Deutschen Buchpreis zu etablieren. Zumal die Behauptung, dies sei eine einvernehmliche Lösung des Problems, offenbar auf einem großen Irrtum beruht. „Es gab kein Gespräch darüber, wie [Oliver Zille für die Leipziger Buchmesse mitteilt. Und: Leipzig ließe sich etwas einfallen. Birgit Peter, Geschäftsführerin vom Kuratorium Haus des Buches, tröstet mit der guten Nachricht, dass die Autoren unverändert gern hierher kommen. Anfang November Literaturnobelpreisträger José Saramago“, kommentiert die LVZ.
„Wir bedauern die Entscheidung“, sagte Kulturbeigeordneter Georg Girardet (SPD) der „Berliner Morgenpost“. Es habe sich gezeigt, dass der Versuch, das Buch in dieser Form einer größeren Öffentlichkeit näher zu bringen, nicht gelinge. „Die beiden Medien vertragen sich nicht miteinander.“ Er sehe darin keinen Affront gegen die Messestadt. Die Frankfurter Buchmesse sei nun mal die einzig in Frage kommende Plattform mit großer Öffentlichkeit. „Wenn man nicht nur lokalpatriotisch denkt, kann man nicht viel
sagen.“ In der Sache sei es schade, aber der Börsenverein lasse die Leipziger Buchmesse nicht im Regen stehen.