Mit der Premiere der „Kain-Elegie“ von Michael Roes im Hebbeltheater endete am Sonntag Abend das Poesiefestival Berlin, das die Literaturwerkstatt zum fünften Mal veranstaltete. Mehr als 12 000 Besucher kamen zu den 60 Veranstaltungen des Festivals, an dem 140 Dichter, Künstler und Filmemacher aus 40 Ländern teilnahmen. In Lesungen, Konzerten, Übersetzungsworkshops, Colloquien und Diskussionen präsentierten sie Poesie in all ihren Facetten. „Poesie ist eine eigenständige Kunst. Es ist unser Anliegen, Dichtung einem breiten Publikum wieder zugänglich zu machen und dafür Präsentationsformen und bessere Vertriebswege zu entwickeln,“ so Festivalleiter Thomas Wohlfahrt. Mit „Lyrik im Park“ gab es in diesem Jahr auch Poesie für die junge Zielgruppe und mit „Weltklang – Nacht der Poesie“ wurde der Potsdamer Platz wieder zur größten Open-Air-Bühne für Poesie in Europa. Mit dabei waren u.a. Lawrence Ferlinghetti, Paul Muldoon, Mahmud Darwish, Agi Mishol, Dane Zajc, Bei Dao, Durs Grünbein und Herta Müller.
Der ZEBRA Poetry Film Award, der weltweit einzige Preis für das junge Filmgenre des Poetryfilm, wurde in diesem Jahr zum zweiten mal verliehen. Über 800 Filme aus 57 Ländern waren zum Wettbewerb eingereicht worden. Der erste Preis ging an den Berliner Filmemacher Ralf Schmerberg. Sein Film „Nach grauen Tagen“ basiert auf einem Gedicht von Ingeborg Bachmann. Den zweiten Preis erhielt Ruth Lingford aus Großbritannien für „The old fools“ und der dritte Preis ging an den Norweger Eivind Tolas für den Film „Love is the law“. Der ZEBRA Poetry Film Award ist mit insgesamt 10 000 Euro dotiert und wird von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit gestiftet.
Informationen unter www.literaturwerkstatt.org.