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Joseph-Breitbach-Preises 2004 für Raoul Schrott

Die Jury des Joseph-Breitbach-Preises, den die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und die Stiftung Joseph Breitbach gemeinsam vergeben, hat den 1964 in Landeck/Tirol geborenen Lyriker, Erzähler und Übersetzer Raoul Schrott als diesjährigen Preisträger benannt. Raoul Schrott studierte Literaturwissenschaften in Norwich, Paris, Berlin und Innsbruck und arbeitete er als Sekretär des Surrealisten Philippe Soupault in Paris. Bevor er sich 1997 am Institut für Komparatistik in Innsbruck habilitierte, war er als Lektor im Fachbereich Germanistik/Istituto Orientale, Neapel, tätig. Raoul Schrott erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen (u.a. Hörspiel des Jahres, Preis der Frankfurter Akademie der Künste; Hölderlin Förderpreis; Berliner Literaturpreis; Peter-Huchel-Lyrikpreis, Förderpreis für Literatur, Österreich; Stadtschreiberpreis des ZDF und der Stadt Mainz).

Der Preis ist in diesem Jahr mit 50.000 € dotiert. Die Preisverleihung findet am 26. September 2004 im Stadttheater Koblenz statt.

Auszug aus der Begründung der Jury:
»Mit seiner ›Erfindung der Poesie‹ (1997), einer Anthologie von ›Gedichten aus den ersten viertausend Jahren‹ trat der Dreiunddreißigjährige als kongenialer Vermittler sumerischer, griechischer, lateinischer, arabischer, hebräischer, provenzalischer, altirischer und frühitalienischer Lyrik hervor. Räumlich-zeitlicher Kosmopolitismus prägt auch Schrotts Nachdichtungen des ›Gilgamesh-Epos‹ und der ›Bakchen‹ des Euripides sowie seine eigene Lyrik (›Hotels‹, 1995; ›Tropen‹, 1998), in der das sogenannte lyrische Ich nicht als identitätsfixiertes Subjekt, sondern in vielerlei Masken auftritt: in der Rolle Dantes und Petrarcas, Masaccios und Michelangelos, Galileis und Einsteins. Das Spiel mit verschiedenen Epochen und Protagonisten prägt die überaus kunstvolle Komposition des Romans ›Finis terrae‹ (1995) und, zur Virtuosität gesteigert, des sprachmächtigen Erzählwerks ›Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde‹ von 2003.«

Weitere Informationen zu Preisträgern, Stiftung und Akademie finden Sie unter http://www.adwmainz.de/joseph-breitbach

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