„Deutschland leistet sich im Gegensatz zu vielen anderen High-Tech-Ländern einen gefährlichen Luxus: Es verzichtet auf eine zentrale Leseförderungsinstitution mit staatlicher Grundfinanzierung – und verschleißt damit die Kräfte vieler engagierter Leseförderer in Kindergärten, Bibliotheken, Schulen und in Elternhäusern. Denn nur eine solche Institution kann Kooperationen schaffen und Know-how-Austausch gewährleisten.“
Das erklärte Dr. Georg Ruppelt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lesen, auf der Stiftungsversammlung am 22. Juni 2004 in Mainz, die strategische Ziele für die künftige Leseförderungsarbeit festlegte. Ruppelt zufolge ist die Stiftung Lesen mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrem einzigartigen Netzwerk, das alle Bereiche der Leseförderung umfasst, geradezu prädestiniert, diese Aufgabe zu übernehmen – doch trotz immer wieder geäußerter staatlicher Anerkennung fehle auch drei Jahre nach dem PISA-Schock bis heute die staatliche Grundförderung. Die Arbeit der Stiftung Lesen wird daher nach Ruppelts Auskunft vor allem von Sponsoren getragen, unter denen das Engagement der Deutschen Bahn AG und von Mitsubishi Motors Deutschland für die Leseförderung besonders herausrage.
Aus den Ergebnissen ihres im April tagenden Kongresses „Reading Promotion International“ leitete die Stiftungsversammlung der Stiftung Lesen strategische Ziele für die künftige Leseförderungsarbeit ab: Leseförderung muss weit stärker als bislang mit ideenreichen Projekten wie „Bücher für Babys“ in der frühen Kindheit beginnen und dabei vor allem die Eltern zum Vorlesen motivieren. Außerdem sollte Leseförderung ohne falsche Berührungsängste die elektronischen Medien einbeziehen, um Lust auf Bücher zu wecken. Und last but not least: „Spaß am Lesen“ muss in der schulischen Leseförderung viel mehr als bisher im Vordergrund stehen. Für alle drei Kernziele habe die Stiftung langfristige Projektkonzepte entwickelt.







