Home > Verlage > Bilanzpressegespräch: Gesamtleistung der Klett-Gruppe nahezu konstant

Bilanzpressegespräch: Gesamtleistung der Klett-Gruppe nahezu konstant

An der allgemeinen wirtschaftlich desolaten Lage habe sich nichts verändert, so das Ergebnis der soeben in Stuttgart zu Ende gegangenen Bilanzpressekonferenz der Klett-Gruppe, unter deren Dach rund 52 Verlage, Dienstleistungs- und Serviceunternehmen beheimatet sind.
Dennoch, so Finanzvorstand Arthur Zimmermann, sei die Gesamtleistung der Gruppe nahezu konstant geblieben, und dies trotz des Wegfalls der „Herr der Ringe“-Umsätze der vergangenen zwei Jahre.
Bei einem Umsatz von 320,8 Mio. Euro werde ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 7,1 Mio. Euro erzielt. Zwar seien dies 5,7 Mio. Euro weniger als im Vorjahr, dort hatte aber der Verkauf einer Beteiligung ca. 7 Mio. Euro außerordentliche Erträge gebracht. Das Ergebnis hätte noch deutlich besser ausfallen können, wäre Klett nicht durch den Ausfall eines Softwarelieferanten mit rund 5 Mio. Euro geschädigt worden.
Die unsichere Lage im Allgemeinen und der Wirtschaft im Besonderen zeige sich in einer immer noch angespannten Situation beim Firmenkundengeschäft. Trotz namhafter Großkunden und wissend um die Notwendigkeit betrieblicher Weiterbildung, zögerten die Unternehmen Aufträge immer wieder hinaus, um schließlich halb so viel wie geplant auszugeben. Deshalb komme die Stabilität im Umsatz und Ergebnis fast ausschließlich aus den klassischen Geschäftsbereichen bei Klett, Schule, schulnahe Information und Fernunterricht. Besonders bei Letzterem sei die Auftragslage sehr gut, sowohl bei den klassischen Zertifikatskursen als auch bei neuen Studiengängen. Michael Klett führt dies auf die private Einsicht, in Bildung investieren zu müssen, zurück, die wesentlich ausgeprägter sei als die der öffentlichen Hand.
In seinem finanziellen Ausblick stellt Zimmermann weiterhin Stabilität als Hauptkriterium in den Vordergrund. Man gehe für das laufende Jahr wieder von einem deutlichen Umsatzwachstum aus, zurückhaltend bleibe man aber bei neuen Projekten, zumal die Schulbuchverlage hohe Aufwendungen in das neue Lehrbuchprogramm investieren. Wie der Spagat zwischen neuen Lehrplänen und damit verbundenen neuen Lehrmitteln und leeren Kassen bewältigt werde, sei noch nicht abzusehen. Statt dessen werde weiter an einer Verbesserung der internen Abläufe und eines kapitalmarktorientierten Ratings gearbeitet.
So sei auch die Jahr für Jahr steigende Zeichnungssumme der seit 10 Jahren bestehenden Mitarbeiterbeteiligung zu erklären, und eine Verzinsung zwischen 6 und 7 % in den letzten Jahren belohne dafür Mitarbeiter, Autoren und das Unternehmen gleichermaßen.

Grafik: Umsatz nach Geschäftsfeldern in 2003

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Carlsen lud zum Comic-Fachtag nach Hamburg ein

Der Carlsen Verlag hatte zum Comic-Fachtag nach Hamburg eingeladen und begrüßte bei frühlingshaftem Wetter rund 50 Gäste im Verlagshaus in Hamburg-Ottensen. Comic-Fachhändler:innen, Multiplikator:innen und Social Media-Creator:innen waren aus ganz Deutschland

weiterlesen

Neue Podcast-Folge von alles BuchMarkt: Jeanette Bauroth über den Erfolg von „Heated Rivalry“

Der Second Chances Verlag steht aktuell im Zentrum eines der größten Romance-Hypes der Buchbranche: Mit der Übersetzung von Heated Rivalry landete Verlegerin Jeanette Bauroth auch hierzulande einen Überraschungserfolg, der durch eine Serienadaption zusätzlich befeuert wurde. Im Gespräch mit unserem Podcast alles BuchMarkt erklärt sie, wie ihr kleiner Independent-Verlag mit der plötzlichen Nachfrage umgegangen ist und weshalb es bei Romance vor allem auf eines ankommt: eine gute Geschichte. Ein Ausschnitt.

weiterlesen