Home > Archiv > AKS-Tagung in Papenburg, der ausführliche Bericht: Kinderbuch im Fokus – ARGUS wird überdacht – zwei neue Mitglieder in den Sprecherkreis gewählt

AKS-Tagung in Papenburg, der ausführliche Bericht: Kinderbuch im Fokus – ARGUS wird überdacht – zwei neue Mitglieder in den Sprecherkreis gewählt

Mehr als 150 Tagungsteilnehmer – ein Rekord in der Geschichte des Arbeitskreises Kleinerer Sortimente (AKS) – hatten sich vom 30. April bis zum 2. Mai im Hotel Alte Werft in Papenburg zusammengefunden. Zusammen erreichten sie nicht nur, dass der Biergarten entgegen der Planung des Hotelmanagements schon an diesem Wochenende eröffnet wurde (wenn auch ohne Service, ein Schlüsselwort des Tagungsprogramms). Gemeinsam schätzten sie wie in jedem Jahr den regen Erfahrungsaustausch unter Kolleginnen und Kollegen, freuten sich über neue Mitglieder und eine Verjüngung der Alterstruktur im AKS, und arbeiteten schließlich mit verschiedenen Referenten am Tagungsthema, dem Kinderbuch.

Matthias Zehnder, Verkaufsleiter Nord Ravensburger Verlag stellte zum Auftakt GfK– sowie media control-Daten zum Kinder- und Jugendbuchmarkt vor. Laut GfK werden 73 % der Bücher in dieser Sparten für die Altersgruppe der 0- bis 9-Jährigen gekauft (0-3: 26%, 4-6: 26%, 7-9: 21%) Beispiel Pappbilderbuch: 72 % der Kaufentscheidungen in dieser Warengruppe werden laut Mediacontrol im Laden getroffen, 50 % des Umsatzes werden in der Preiskategorie bis fünf Euro gemacht.

Betriebsberater Jörg Winter stellte anschließend Kriterien für „Das erfolgreiche Kinderbuch in einer modernen Familien-Buchhandlung“ vor. Zentrale Punkte: Kundenbindung durch Kernsortiment; Schnelligkeit ist wichtiger als Rabatt; Backlist ist die größte Umsatzkategorie – Novitäten sind die Sahnehäubchen.

Buchhändlerin Gabriele Hoffmann, Leanders Leseladen, Heidelberg, sprach schließlich über „Unsere Beratungskompetenz als Grundlage der Umsatzsicherung und Umsatzsteigerung]. Zentrale Punkte: der Aufbau einer ertragreichen Zusammenarbeit mit Multiplikatoren über qualifizierte Vorträge in Einrichtungen – die dürfen ruhig ein Schutzhonorar kosten, das sich bei entsprechenden Umsätzen immer weiter reduziert. Eltern seien mit Bilderbüchern allgemein nicht mehr zu locken, was zieht ist der thematische Aspekt, die Öffentlichkeit sei derzeit sensibilisiert für die Themen Vorlesen und Lernen – das sollte man nutzen. Allgemein solle man sich davon verabschieden, die eigenen Lieblingsbilderbücher für Kinder auszusuchen. Die wichtigsten ersten drei Pappbilderbücher für Gabriele Hoffmann: „Erste Bilder, erste Wörter“; „Meine kleine Katze“ (beide Ravensburger) und das „Winterwimmelbuch“, Gerstenberg. Bernhard Bentges, BB Indalo, Heidelberg, ergänzte den Vortrag durch Tipps zur Körpersprache in Vortragssituationen.

AKS intern: Ilona Rehme (Buchhandlung Hellmut Rehme, Bad Oldesloe), Vorsitzende des Sprecherkreises, gab zum Auftakt bekannt, dass sie nach dreijähriger Amtszeit erneut zur Wahl für den Sprecherkreis zur Verfügung stehe, die Verantwortung des Vorsitzes jedoch langfristig in die Hände der Sprecherkreis-Mitglieder Anne von Bestenbostel (Buchhandlung Anne von Bestenbostel, Nordenham) und Annemarie Schneider (Buchhandlung Eulenspiegel, Hochheim) übergebe.

Ilona Rehme wurde am Sonntag Vormittag erneut einstimmig in den Sprecherkreis gewählt, neu sind Doris Müller-Höreth (Buchhandlung Pelzner & Partner, Nürnberg) und Christiane Schulz-Rother, (Tegeler Bücherstube, Berlin). Michael Kürschner, der aufgrund des Verkaufs seiner Buchhandlung Bücherhimmel, Hamburg, aus dem Sprecherkreis ausschied, wurde gemeinsam mit Jochen Grönke, dem vor wenigen Tagen in Ruhestand gegangenen Vorsitzenden des Sortimenter-Ausschusses, vom AKS mit großem Applaus verabschiedet. Die Nachfolgerin von Jochen Grönke, Dorothea Redeker stellte sich im Rahmen der Tagung erstmals vor.

Seit Papenburg also hat der Sprecherkreis des AKS wieder sechs (anstelle von bislang fünf) Mitglieder: Unser Foto zeigt von links nach rechts: Annemarie Schneider, Ilona Rehme, Wilfried Bengsch (Bücher Bengsch, Halberstadt), Christiane Schulz-Rother, Anne von Bestenbostel und Doris Müller-Höreth.

Das Projekt ARGUS [mehr…], [mehr…], zu dem der Sprecherkreis laut Auftrag der letztjährigen Tagung in Bensheim ein Konzept vorlegen sollte, wurde vertagt. Der Sprecherkreis sah keine ausreichende Basis für einen neuen Zusammenschluss, sowohl was die Bereitschaft für ein ehrenamtliches Engagement wie auch eine ausreichende Basis von wirtschaftlich starken Unternehmen angehe. „Wir wollen nicht als Tiger zum Sprung ansetzen und als Bettvorleger enden“, so die Zusammenfassung von Ilona Rehme. Aus dem Plenum kam Bestätigung: Manfred Keiper, Der andere Buchladen, Rostock: „Wir sollten uns darauf konzentrieren, die vorhandenen Strukturen zu stärken.“

Dass der AKS hier auf einem guten Weg ist, zeigt nicht nur die Rekordbeteiligung bei der Tagung in Papenburg. Es konnten im Vorfeld einige neue Mitgliedsfirmen gewonnen werden. Auch in Papenburg wurde eine Mitgliedsurkunde unterschrieben: von Gabriele Hoffmann, Leanders Leseladen in Heidelberg.

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