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Das stand bei der Ladenbautagung in Hamburg auf dem Plan

Auf der Ladenbautagung 2026 (Foto: dLv/Tobias Trapp)

Rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 7. und 8. Mai 2026 zur jährlichen Tagung des Deutschen Ladenbau Verbands (dLv) nach Hamburg. Im Mittelpunkt: die Zukunft des stationären Handels, die Herausforderungen der Branche und die Rolle des Ladenbaus für lebendige Innenstädte.

Herausfordernde Zeiten für die Branche

Das Geschäftsjahr verläuft schwierig. Der Rückenwind aus 2025 hat nachgelassen. Der Nahostkrieg zeigt spürbare Folgen: hohe Transportkosten, beginnende Lieferengpässe, verschobene Projekte, stagnierende Investitionen und verunsicherte Konsument:innen, konstatiert der dlv. Auch seine April-Umfrage unter Mitgliedern bestätigt das. Zugleich agierten Kund:innen kurzfristiger und forderten mehr Flexibilität und Geschwindigkeit.

„Warten ist keine Option – die Zukunft ist jetzt“, betonte dLv-Präsident Carsten Schemberg. Norbert Schmees (Norbert Schmees Ladenbau, Lathen) nannte Digitalisierung, Automatisierung und tiefe Branchenkenntnisse als Schlüsselfaktoren. Dr. Adrian Loinger (Egger Holzwerkstoffe, Brilon) ergänzte: „Investiert wird in schlechten Zeiten, geerntet in guten.“ Claus Saumweber (Bohnacker Ladeneinrichtungen, Blaubeuren) hob die
Bedeutung starker Partnernetzwerke hervor.

Auch in der Schweiz sei die Lage angespannt, berichtete Michael Hüni (Rolf Hüni, Dübendorf/Schweiz), Vorstandsmitglied beim Schweizer Ladenbau Verband.

Aufbruch für den stationären Handel

Optimismus prägte die Fachvorträge. Jakob Ledermann (Philoneos) machte deutlich, dass Künstliche Intelligenz künftig alle Lebens- und Geschäftsbereiche durchdringen werde – und zog daraus einen überraschenden Schluss: „Umso mehr wird Nostalgie zum emotionalen Grundnahrungsmittel.“

Wutao Wen vom Rheingold Institut zeigte am Beispiel des chinesischen Marktes, dass der rein digital gesteuerte Handel dort seinen Kipppunkt erreicht habe: Menschen suchten wieder analoge Erlebnisse, reale Stores und lokale Communities.

Professorin Sabine Krieg (Hochschule Düsseldorf) appellierte leidenschaftlich, die „Kannibalisierung der Innenstädte“ zu stoppen. Der Ladenbau könne hier eine tragende Rolle spielen.

Vielfalt als Erfolgsfaktor

Ein emotionaler Höhepunkt war der Abschlussvortrag von Yared Dibaba. Er leitete – in perfektem Platt – zu seinem zentralen Anliegen über: „Schaffen Sie in Ihrem Unternehmen eine Kultur der Vielfalt, verhindern Sie Diskriminierung und ermöglichen Sie, dass jeder sein volles Potenzial entfaltet. Das könnte der Schlüssel zum Erfolg sein.“

Zum Abschluss führte eine Exkursion durch das Überseequartier mit Westfield-Center in der Hamburger HafenCity und zu Steinway & Sons. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit noch einmal zum intensiven Austausch.

Die Botschaft aus Hamburg: Trotz Gegenwind blickt die Branche nach vorn. Wichtig seien in diesen Zeiten interne Investitionen, gute Partnerschaften und der Glaube an den stationären Handel.

Die nächste dLv-Ladenbautagung findet am 29. und 30. April 2027 in Freiburg statt. Geplant ist ein Besuch beim Mitgliedsunternehmen Kramer GmbH in Umkirch.

Die aktuelle Umfrage des dLv steht auf der Webseite: https://www.ladenbauverband.de/52/verband/branchendaten/

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