Wieder einmal gehört Armin Medosch, der Mitbegründer und Redakteur des Web-Magazins Telepolis zu denen, die die Nase ganz weit vorne haben. In den letzten Jahren hat er sich mit „Freien Netzen“ beschäftigt und darüber nun das gleichnamige Buch verfasst (240 S., 16,- E., dpunkt Verlag, http://www.dpunkt.de). Dabei geht es um drahtlose, freie Bürgernetze auf der Basis von WLAN-Technik zur Übertragung von Daten per Funk. WLAN heißt Wireless Local Area Networks, also meist kleine lokale Netzwerke, die einen Teil ihrer ohnehin vorhandenen Bandbreite öffentlich zur Verfügung stellen. Wohlgemerkt, nicht unbedingt kostenlos. Solche drahtlosen Einwahlpunkte, wie sie im Moment hauptsächlich in größeren Städten zu finden und in den Metropolen, wie New York oder London schon an der Tagesordnung sind, nennt man „Hotspots“. Armin Medosch hat sich für uns in seinem Buch die Mühe gemacht, die gesamte Geschichte der „Free Networks“ aufzurollen und erklärt so, in einem angenehm flotten Erzählton, auf welchen technologischen, kulturellen und sozialen Grundlagen „Freie Netze“ basieren. Das Interessante daran: „Das Wachstum dieser drahtlosen Bürgernetze erfolgt organisch und dezentral. Kein Provider, ob kommerziell oder nicht, ist für den Aufbau der Netzte verantwortlich.“ Und trotzdem gibt es keine Technologie, die sich Abseits der Industrie, in den letzten Jahren so schnell und rapide entwickelt hat. Denn der Vorteil liegt auf der Hand: Wenn alle ihre ohnehin vorhandenen Netz-Anschlüsse (und damit Bandbreite) teilen, sinken auch für alle die Kosten. Da diese Entscheidung bei Menschen und nicht bei den großen Telekommunikationsfirmen liegt, könnte es gut sein, dass sich die pessimistische Sicht des Internets von John Walker (siehe Website des Monats) doch nicht erfüllen wird. „Freie Netze“ sind, wie auch „Freies Publizieren“, eines der großen Themen, mit dem sich die Verlagswelt auseinandersetzen muss, ob es ihr gefällt, oder nicht. STEFAN BECHT stefan@stefanbecht.de
Loewe Verlag führt Label „Ohne KI“ ein
Der Kinderbuchverlag Loewe will ein Zeichen gegen KI-Slops setzen, also gegen minderwertige, massenhaft generierte Inhalte, die von Künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Ab sofort wird das neue Label „Ohne KI“ in