
Martin Brühwiler, Vorstandsmitglied des SBVV und Geschäftsführer der Grossbuchhandlung Rösslitor (Foto) in St.Gallen, übernimmt nach dem Weggang von Pascale Ziltener (wie am 16.01.2004 berichtet) nun auch die Sortimentsleitung. Fragen an ihn:
Herr Brühwiler, nebst der Geschäftsleitung der Buchhandlung Rösslitor in St.Gallen übernehmen Sie nun auch die Sortimentsleitung in Nachfolge von Pascale Ziltener. Lieben Sie die Abwechslung oder handelt es sich um eine Sparübung?
Martin Brühwiler: Personelle Veränderungen sind immer auch Gelegenheiten, die Organisation zu überprüfen. Wir haben unsere Firma in den letzten Jahren immer mehr auf das Kerngeschäft, den Buchhandel, konzentriert und inzwischen auch einige Ausbauschritte abgeschlossen. Die Zusammenlegung der Funktionen des Geschäftsleiters mit den Aufgaben der Sortimentsleitung geschieht nicht isoliert, sondern wird mit anderen organsatorischen Anpassungen begleitet. Was die „Sparübung“ betrifft: das ist ja eine buchhändlerische Daueraufgabe, nicht wahr?
Welchen Herausforderungen blicken Sie in St.Gallen entgegen?
Grundsätzlich den gleichen wie meine Kolleginnen und Kollegen überall: stagnierender Markt (Stichwort steigende Arbeitslosenzahl), Margen unter Druck, Konkurrenz aus dem Internet – und dazu müssen wir naturgemäss immer mit der Möglichkeit rechnen, dass der eine oder andere Konkurrent am Marktpotential von St.Gallen teilhaben und hier einen Laden eröffnen könnte.
Sie sind auch im Vorstand des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbandes (SBVV), wie sehen Sie die Zukunft der mittleren und grösseren Buchhandlungen in der Schweiz?
So viele mittlere und grössere gibt es ja nicht mehr. Es ist zu befürchten, dass es noch weniger werden könnten. Denn die Expansionslust der ganz Grossen ist noch nicht gesättigt. Während sich die Kleinen in Nischen bewegen und auch im Infrastrukturbereich bescheiden operieren können, stehen die mittelgrossen Buchhandlungen vermehrt vor nur schwer finanzierbaren Investitionen.
Die Fragen stellte Urs Heinz Aerni