Walter Jens gerät in der Diskussion um seine NSDAP-Mitgliedschaft weiter unter Druck. Nach einem „Spiegel“-Bericht enthält die NSDAP-Mitgliederkarte, in der Jens geführt wurde, den Vermerk, dass der damalige Student im Frühjahr 1943 von Hamburg nach Freiburg umzog. „Solche Änderungsmeldungen kamen aber nur durch persönliche Abmeldung des Parteigenossen zu Stande“, sagte der Historiker Michael Buddrus vom Münchner Institut für Zeitgeschichte dem Magazin. Nach Angaben des Experten konnten sich NSDAP-Mitglieder nur mit einem Abmeldeschein bei einer neuen Ortsgruppe anmelden. Automatische Ummeldungen, etwa durch die Einwohnerbehörden, habe es nicht gegeben. Daher müsse Jens zumindest 1943 von seiner Parteimitgliedschaft gewusst haben. Jens selbst teilte dazu am Samstag auf dpa-Anfrage mit: „Nach bestem Wissen und Gewissen kann ich mich nicht daran erinnern, mich dort jemals an- oder abgemeldet zu haben.“
„Ich war lange Jahre angepasst“, bekennt er heute im großen SZ-Interview mit [Willi Winkler. Der bekannte deutsche Literaturwissenschaftler spricht über seine völkische Jugend, „entartete Literatur“ und die Frage seiner NSDAP-Mitgliedschaft. http://www.sueddeutsche-zeitung.de/kultur/artikel/89/23066/







