„Ulla Berkéwicz setzt sich durch: Günter Berg verläßt Suhrkamp: Der letzte in einer langen Reihe glückloser Kronprinzen Siegfried Unselds verläßt den Suhrkamp Verlag: Günter Berg, von Unseld zum Geschäftsführer ernannt und von Unselds Witwe Ulla Berkéwicz nach einem internen Machtkampf zu ihrem Stellvertreter bestimmt, hat sich am Dienstag vom Suhrkamp Verlag getrennt. Die Trennung erfolgte nach Angaben des Verlags einvernehmlich und mit sofortiger Wirkung“, so beginnt heute Hubert Spiegel in der „FAZ“ seinen Kommentar zur Günter Bergs Ausscheiden bei Suhrkamp [mehr…] und kommt zu dem Schluss: „Nach all den verschlissenen und gescheiterten Kronprinzen tritt nun eine Frau das Erbe des Patriarchen an. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, löst aber ein nicht ganz geringes Problem. Jeder potentielle Nachfolger mußte sich mit dem Übervater Siegfried auseinandersetzen. Genau dies bleibt seiner Witwe erspart, an ihr gleitet dieses Problem geradezu ab.“
In der „Frankfurter Rundschau“ lesen wir: „Die Verwerfungen zwischen Günter Berg und der neuen Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz sind seit längerem bekannt gewesen; über die Gründe hierfür ist viel spekuliert worden. Berg, so scheint es, konnte oder wollte die neuen Kompetenzverschiebungen im Hause Suhrkamp nicht akzeptieren. Kurz nach Ende des Trauerjahrs hatte die Witwe Siegfried Unselds, Ulla Berkéwicz, die Verlagsleitung übernommen und Günter Berg damit de facto entmachtet. Er war hiermit auf die Position des Stellvertreters in der Geschäftsführung verwiesen worden, während zugleich der Programmdirektor Rainer Weiss in die Geschäftsführung eingetreten war. Spätestens zu diesem Zeitpunkt schien der Weggang Günter Bergs nur noch eine Frage der Zeit zu sein.
Erst letzte Woche konnte Berg eine Unterlassungsklage gegen Ivan Nagel [mehr…] durchsetzen, der in einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung die vielfach (für die Siegfried-Unseld-Trauerfeier in der Paulskirche am 8. Oktober) hart angegriffene Ulla Berkéwicz in Schutz genommen hatte. “
zum FR-Artikel: http://www.frankfurter-rundschau.de/ressorts/kultur_und_medien/feuilleton/?cnt=346200&
„Berg sollte nach dem Tod Unselds auf dessen ausdrücklichen Wunsch hin weiterhin als verlegerischer Geschäftsführer den Verlag leiten. Doch vor einigen Wochen musste er diesen Platz räumen – für die Witwe des vor einem Jahr verstorbenen Unseld. Ulla Berkewicz ist seitdem Verlagsleiterin, Berg ihr Stellvertreter. Ob diese Neuordnung an der Spitze letztlich dazu führte, dass Berg das Haus nun verlässt, ist unklar“, spekuliert die „Netzeitung http://www.netzeitung.de/voiceofgermany/kulturnews/263050.html
Wolfgang Höbel bei „Spiegel-Online“ wird deutlicher: „Günter Berg, bis vor kurzem noch der entscheidende Mann im Hause, muss gehen – ein Teilsieg der Verlegerwitwe Ulla Unseld-Berkéwicz in Deutschlands liebster Feuilleton-Soap.“
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,275582,00.html