Als herausragender Repräsentant einer bewußtseinsbildenden
»Erinnerungsliteratur« wird Reinhard Kaiser mit dem Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld ausgezeichnet.
Die Preisverleihung findet Ende November in Krefeld statt.
Neben Reinhard Kaiser wird Anja Lundholm zu gleichen Teilen mit dem Preis ausgezeichnet.
Reinhard Kaiser stieß 1991 eher zufällig auf einen Briefwechsel aus den Jahren 1935 bis 1939. Dass sich hinter diesem eine Geschichte auftun würde, die den Autor Jahre lang beschäftigte, war nicht abzusehen. „Königskinder.Eine wahre Liebe“ erzählt von der unmöglichen Liebe eines evangelischen jüdischen Deutschen zu einer jungen Schwedin, die sich in Bologna trafen und nie zu einander kommen konnten.
Noch während des Schreibens erhielt Kaiser Kenntnis von drei Kladden, in die Helene Holzmann unmittelbar nach dem Krieg aufgeschrieben hatte, was sie und ihre Familie in der Zeit von 1941 bis 1944 an einem der finstersten Orte des Holocaust, im litauischen Kaunas, erlebten und erlitten.
Kaiser sorgte für die Veröffentlichung dieses erschütternden Berichts.
Das Buch mit dem programmatischen Titel „Dies Kind soll leben“ erschien 2000 bei Schöffling & Co. Es wurde u.a. mit dem [Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet und wird mit den Tagebüchern von Anne Frank und Viktor Klemperer verglichen.







