
So persönlich hat man Christa Wolf in ihren Texten bisher nicht erlebt. „Ein Lebensbuch in Stichproben“, nannte Akademiepräsident Adolf Muschg ihr neues im Luchterhand Verlag erschienen Buches Ein Tag im Jahr, das Leben mit Literatur, Privates mit Politischem verbindet. Einer Idee der Moskauer Zeitung Iswestija folgend protokollierte Christa Wolf, was sie am 27. September 1960 erlebt, gedacht, gefühlt hat. Und sie setzte das Projekt fortan für sich selbst fort. Entstanden sind auf über 600 Seiten 41 Protokolle eines Tages im Jahr, von 1960 bis 2000. Für Christa Wolf ein Mittel gegen das Vergessen, ein authentisches Zeitzeugnis, das strikt subjektiv bleibt. Die Akademie der Künste platze bei der Buchpremiere aus allen Nähten, Christa Wolf signierte eine Stunde lang – bis der Büchertisch leergefegt war – und zum Schluss bedankte sich das Publikum mit besonders lang anhaltendem Applaus.
ML
Im Bild: Christa Wolf und ihr Verleger Gerald J. Trageiser







