Mitch Kapor http://www.kapor.com/homepages/mkapor/, der Erfinder der ersten Büroverwaltungs- und E-Mail-Software, „Lotus 1-2-3“ bzw. „Lotus Notes“ (wir erinnern und…) scheint den Krimischriftsteller Raymon Chandler ins Herz geschlossen zu haben: Chandler, dessen Werke in Deutschland vornehmlich im Diogenes Verlag http://www.diogenes.ch erscheinen, ist hauptsächlich mit seiner Figur des Privatdetektiven Philip Marlowe, den Humphrey Bogart in vielen Verfilmungen kongenial darstellte, bekannt geworden.
Nun kommt Chandler zu neuen Ehren. Bereits im April 2003 hat Mitch Kapor der Öffentlichkeit ein neues „personal information manager“-Programm (kurz PIM genannt) vorgestellt, also eine Kombination aus E-Mail-, Termin-, Adress- und Datei- verwaltungs-Programm http://wiki.osafoundation.org/bin/view/Main/DemoTranscript2003-04-23. Sein Name: „Chandler“.
Der Name ist mit Bedacht gewählt. „Chandler“ steht unter der Hoheit der „Open Source Application Foundation“ http://www.osafoundation.org/ und an seiner Entwicklung war kein Geringer als Andy Hertzfeld, Miterfinder des ersten Apple Macintosh, beteiligt. Kapor http://blogs.osafoundation.org/mitch/ selbst hat Anfang der 90iger Jahre zusammen mit John Barlow die Electronic Frontier Foundation http://www.eff.org gegründet und gilt als einer der Philosophen unter den Digeratis. „Chandler“ ist also nichts weniger, als der Versuch dem gängige Microsoft E-Mail und Termin-Programm „Outlook“ bzw. „Entourage“ endlich etwas Essentielles entgegenzusetzen.
Wenn man bedenkt, wie weit „Outlook“ inzwischen den gesamten Büroalltag grösserer Unternehmen bestimmt, ist „Chandler“ genau der richtige Name für einen sicherlich lohenswerten Versuch, den Alltag offen, individuell, lizenzfrei und vollständig Plattform unabhängig zu gestalten.
STEFAN BECHT mial(stefan@stefanbecht.de)