
Nicht nur Schriftsteller müssen sich entscheiden, ob sie eher Rimbaud oder doch lieber Mallarmé nacheifern wollen. Der eine steht für ein anarchisches Leben, wilden Rausch und frühes Verstummen, der andere für eine bürgerliche Ordnung und jahrzehntelange Kontinuität. Er selbst hätte gern den Rimbaud unter den Verlagsleuten gegeben, meinte Dirk Vaihinger, Leiter des Verlags Nagel & Kimche in Zürich, in seiner Ansprache zum 20. Verlagsgeburtstag. „Mir war klar, dass es leicht ist, in den Rausch hineinzukommen. Ein ‚bateau ivre’ aber zu gestalten, dass bei stürmischer See auch noch den Kurs zu halten vermag, ist schwierig.“
In Anwesenheit der Gründerin Renate Nagel sowie namhafter Autoren, Kritiker und Buchhändler der Schweizer Buchwelt feierte der Verlag am 13. Mai sein Jubiläum. Im Rückblick auf zwei Jahrzehnte Verlagsgeschichte berichtete Vaihinger von den Veränderungen, vor allem aber von der Kontinuität der gut 360 Titel, die im Lauf der Zeit erschienen, darunter Bestseller wie ‚Rennschwein Rudi Rüssel’ von Uwe Timm oder ‚Die Wachsflügelfrau’ von Eveline Hasler. Zeitgenössische Schweizer Belletristik und Kinderbücher bilden den Kern des kleinen, dem Carl Hanser Verlag in München zugehörigen Verlags. Nach dem Motto ‚topf twenty’ feierte die Branche mit Eintopf und Sekt einträchtig bis in die frühen Morgenstunden.
Foto:
Renate Nagel und Dirk Vaihinger
Copyright: Martin Walker







