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MEINUNG von Hendrik teNeues

Zu unserer Meldung vom 8.5. über die Einstellung des Handels zu einer Neuregelung der Ladenöffnungszeiten [mehr…] erreicht uns auch eine Meinung von Hendrik teNeues. Der Verleger schreibt: “

In welcher Zeit leben wir eigentlich? Das Relikt aus den 50 ziger Jahren „Ladenschluss“ und die elende deutsche Diskusssion darüber ist Ausdruck unserer Doppelmoral und Provinzialität. In fast allen grossen Ländern gibt es keinen Ladenschluss. Nur in Deutschland muss man nebenbei Benzin verkaufen, um zu 24h Stunden 7 Tage in der Woche seine Kunden mit flexiblen Öffnungszeiten verwöhnen zu können.

Viele Teilzeitkräfte wären bereit länger am Samstag oder auch am Sonntag zu arbeiten. Kleinere und mittlere Buchhändler könnten zu den späteren Öffnungszeiten neue Kunden begrüßen: Kunden, die sich freuen später einzukaufen, weil sie vorher keine Zeit haben.

Der Anspruch der Gewerkschaften, oder besser ihrer Funktionäre, mitzuregieren in diesem Land wird immer unerträglicher. Man sollte diese klar in ihre Grenzen verweisen. Diese sozialistischen Betonköpfe, wie zB Herr Bsirske, mit den Ideologien und Rezepten der siebziger Jahre, massen sich an, unser Land mitzuregieren. Das kann nicht so weitergehen.

In diesem Land der vielzitierten Servicewüste Deutschland muss ein Umdenken stattfinden. Nicht die Bedürfnisse der Arbeitnehmer, sondern die der Kunden müssen im Vordergrund stehen. Deutschland und seine Einzelhändler, in diesem Falle Buchhändler, müssen erkennen, wann eine zusätzliche (neue) Zielgruppe am besten bedient werden kann. Ob man damit viele neue Arbeitsplätze schafft, bleibt abzuwarten. Das hängt sicherlich auch von der Höhe der Lohnnebenkosten ab.

In jedem Fall sollten Buchhändler, zumindest die in den Ballungszentren, die Chancen wahrnehmen, die mit längeren Öffnungszeiten verbunden sind. Zum Beispiel Dussmann in Berlin, mit Öffnungszeiten bis 22h, hat damit Umsatzsteigerungen erzielt. Und wenn die Branche zur Zeit deprimiert über den Umsatzrückgang reflektiert, sollte umsomehr über die Chancen einer neuen Dienstleistungsoffensive nachgedacht werden. Wenn dadurch der Umsatz steigt, könnten auch mehr Arbeitsplätze geschaffen werden.

Hendrik teNeues
teNeues Verlagsgruppe

Und wie ist IHRE Meinung?: redaktion@buchmarkt.de] oder
HTeneues@aol.com

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