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FAZ: DVA muss Fachzeitschriften an Konradin abgeben

Auf der Leipziger Buchmesse wurde schon offen darüber geredet, dass zwar die FAZ als Eigner der Deutsche Verlagsanstalt (DVA) vorerst die Buchverlage nicht verkaufen wird – grundsätzlich aber an der beabichtigten Trennung vom Buchgeschät festhalten will. Denn klar geworden ist – die DVA etwa mit ihrem großen Fachzeitschriftenbereich wird sich im Paket schon gar nicht abgeben lassen. Deswegen war schon in Leipzig durchgesickert, dass man die beiden Geschäftsbereiche künftig trennen wolle, um sie einzeln für den Verkauf attraktiver zu machen.

Jetzt gehts noch schneller als in Leipzig noch erwartet: Die Konradin Verlagsgruppe in Leinfelden-Echterdingen übernimmt den DVA-Zeitschriftenbereich mit den (u.a.) drei Special-Interest-Zeitschriften („bild der wissenschaft“, „natur & kosmos“, „Damals“) und sieben Fachzeitschriften mit den Themenschwerpunkten Architektur, Bauhandwerk, Design und Büro sowie Web-Auftritte der Zeitschriften, themenspezifische Portale und Direktmarketingaktivitäten. Der Verkauf muss aber noch vom Kartellamt genehmigt werden.

Die Buchsparte der DVA mit den Tochterverlagen Manesse und Kösel und der Beteiligung am dtv ist von den Veränderungen nicht betroffen – vorerst, siehe oben.

Zwar schreibt die DVA mit insgesamt rund 50 Mio. Euro Umsatz rote Zahlen, von einem Sanierungsfall ist sie allerdings weit entfernt.

Etwa 80 Mitarbeiter sind in München beschäftigt, wo die Buchsparte angesiedelt ist, rund 140 Beschäftigte arbeiten am Stammsitz Stuttgart, wo das Zeitschriftengeschäft gesteuert wird.

Man übernehme die Zeitschriften, aber nicht den Namen DVA, sagte die geschäftsführende Gesellschafterin der Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH in Leinfelden-Echterdingen, Katja Kohlhammer.

Der 1929 von ihrem Großvater gegründete Verlag gehört zu den größten deutschen Fachzeitschriftenverlagen, dessen Publikationen sich an Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Bauen, Planen und Einrichten, die verarbeitende Industrie und die Informationstechnologie richten. Das Programm umfasst 30 Titel mit einer Auflage von mehr als neun Mio. Exemplaren, die in über 100 Ländern verkauft werden.

Mit rund 620 Mitarbeitern, davon mehr als 500 in Leinfelden-Echterdingen, bringt es die Konradin-Gruppe auf gut 93 Mio. Euro Umsatz.

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