100 Autoren, 20 Diskussionsforen, mehr als 10 Ausstellungen und zahlreiche Konzerte werden während der Frankfurter Buchmesse neue Einblicke in die russische Kultur und Literatur ermöglichen. Das Programm präsentiert viele große Namen, aber auch bisher noch wenig beachtete Facetten der russischen Kultur.
Unter dem Motto „Russland – Neue Seiten“ präsentiert sich das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse in Leipzig. Mehr als 150 Lesungen und literarische Diskussionen werden im Rahmen des Frankfurter Auftritts einen Überblick über die moderne russische Literatur geben. Neben den in Deutschland schon bekannten russischen Autoren wie Akunin, Pelewin, Sorokin oder Ulitzkaja werden in Frankfurt auch zahlreiche Vertreter der jüngsten Schriftstellergeneration zu Wort kommen. Insgesamt werden rund 100 Autoren in Frankfurt, aber auch in zahlreichen anderen deutschen Städten, den Kontakt mit Lesern suchen.
Neben literarischen Veranstaltungen wird es ein umfangreiches Konzert- und Ausstellungsprogramm geben. Das Motto „Neue Seiten“ wird auch hier ernst genommen: Es gibt neben Bekanntem viel Neues zu entdecken. So wird sich zum Beispiel eine Ausstellung mit der erotischen Kunst unter Stalin beschäftigen. Höhepunkte werden neben dem Galakonzert in der Alten Oper, wo unter anderem Rostropowitsch auftreten wird, die Ausstellungen über den sowjetischen Realismus und die archäologischen Funde der Skythen sein. Auch die zeitgenössische russische Kunst kommt in Form von mehreren umfangreichen Fotoausstellungen zu Wort.
Neben der Erhöhung der Bekanntheit russischer Autoren soll dem deutschen und internationalen Publikum vor allem ein interessanter und möglichst facettenreicher Überblick über die russische Kultur geboten werden. Das Ziel: Die kulturellen Bindungen zwischen Deutschland und Russland weiter zu festigen und auszubauen. Vladimir Grigoriev, stellvertretender Minister im Presseministerium und verantwortlich für die Gastlandpräsentation: „Wir erleben zur Zeit, wie sich unsere Länder politisch immer stärker annähern. Mit unserer Präsentation wollen wir auf kulturellem und literarischem Gebiet dasselbe leisten.“
Volker Neumann, Direktor der Frankfurter Buchmesse, zeigte sich beeindruckt von dem geplanten Programm: „Frankfurt im Oktober wird zu einem wunderbaren Festival russischer Kultur werden.“
In Leipzig präsentieren zur Zeit rund 50 russische Verlage ihre Programme. In Frankfurt werden es im Herbst dann sogar mehr als 200 sein. Obwohl dies nur ein Ausschnitt ist – insgesamt gibt es heute wieder fast 20.000 Verlage in Russland – wird auf diese Weise das große Spektrum des Buchwesens deutlich: Im letzten Jahr wurden rund 70.000 Titel in Russland publiziert und insgesamt 590 Millionen Bücher gedruckt.
Um das umfangreiche und anspruchsvolle Programm umsetzen zu können, haben sich verschiedene russische Ministerien zusammengetan. So gehören sowohl Vertreter des Kulturministeriums und Presseministeriums zum Organisationskomitee als auch Vertreter des Außen- und Finanzministeriums. Darüber hinaus beteiligen sich zahlreiche künstlerische Institutionen wie das Bolschoi-Ballett oder die Tretjakov-Galerie und Unternehmen wie Aeroflot, Gasprom oder die Alphabank aktiv an der Präsentation.
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