
Am letzten Freitag öffnete das in Düsseödorf ansässige Online-Antiquariat Abebooks für seine Türen, um sich nicht nur über die Schulter blicken zu lassen, sondern auch, um mit Antiquare und sonstigen Interessenten über die Zukunft des Gebrauchtbuchhandels zu diskutieren. Neulinge im Internethandel konnten ab 15 Uhr beim „Abebooks-Einsteigerseminar“ erste Schritte im Online-Verkauf von gebrauchten Büchern kennen lernen. Hilfestellung erhielten sie hierbei von den Mitarbeitern der Abebooks Händlerbetreuung. Ebenfalls großen Andrang gab es bei der darauf folgenden Schulung für die von Abebooks entwickelten Bucherfassungssoftware Homebase 2.2 (Abebooks bietet die deutsche Version unter Abebooks.de kostenlos zum Download an). Viele im Internethandel erfahrene Buchanbieter informierten sich darüber, wie sie mit Hilfe von Homebase ihren Aufwand bei der Bucherfassung reduzieren können.
Außerdem gab es eine Fachdiskussion zur Zukunft des Antiquarsbuchhandels, zu der Abebooks eine große Anzahl von ca. 50 interessierten Antiquaren aus ganz Deutschland begrüßten konnte. Bei Altbier vom Fass und hausgemachten Frikadellen entspann sich eine intensive Debatte, die einmal mehr deutlich machte, dass die Mehrheit der Antiquare ihren Beruf als Berufung auffassen. Sie sind Überzeugungstäter aus Leidenschaft zum Buch.
Bestimmendes Thema der Diskussion war der stetig wachsende Einfluss des Internets auf das Kundenverhalten im Gebrauchtbuchhandel. Dr. Udo Göllmann, Leiter der Händlerbetreuung von Abebooks Europe und erster Ansprechpartner für alle deutschsprachigen Antiquare, nannte Zahlen aus einer von Abebooks im Oktober 2002 durchgeführten Studie, nach der bereits jetzt etwa 13-16% aller Gebrauchtbücher online verkauft werden.
Einige Diskussionsteilnehmer zeigten sich überrascht: „Ich verkaufe mehr als zwei Drittel meiner Bücher über das Internet, das erscheint mir als zu gering“, warf ein jüngerer Anbieter in den Raum – viele stimmten ihm zu. Udo Göllmann erläuterte, dass schätzungsweise ein Drittel aller deutschsprachigen Antiquariate im Internet gar nicht vertreten seien: „Außerdem agieren gerade die jungen Antiquare teilweise unbefangener und intensiver im Online-Handel.“
Am Ende waren sich alle Diskussionsteilnehmer darüber einig, dass die Veränderung der Kaufgewohnheiten durch das Internet für die Antiquarsgemeinde ein ebenso großes Potenzial an Herausforderungen wie auch Chancen bereithält.
Aufgrund der beachtlichen Resonanz beabsichtigt Abebooks, noch in diesem Jahr einen zweiten Tag der offenen Tür zu veranstalten. Geplant ist dann eine Diskussionsrunde, zu der neben Buchhändlern auch Pressevertreter und interessierte Besucher ausdrücklich eingeladen sind. Der Termin soll rechtzeitig in den Veranstaltungskalendern und der regionalen Presse angekündigt werden.
Abebooks Europe ist Teil des weltweit größten Internet-Marktplatzes für antiquarische, vergriffene und gebrauchte Bücher. Das Unternehmen ist seit Oktober 2001 eine Tochter der kanadischen Plattform abebooks.com (Advanced Book Exchange Inc.) und wurde unter dem Namen JustBooks.de im September 1999 gegründet. Abebooks.com, der Online-Pionier im antiquarischen Buchhandel, ist seit 1996 im Internet aktiv. Das Unternehmen bietet insgesamt über 40 Millionen Bücher von mehr als 10.000 Buchanbietern aus 42 Ländern an.