„Heute in den Feuilletons das Thema: Hat Sebastion Haffner sein Erfolgsbuch „Geschichte eines Deutschen” fingiert? Zu dem Vorwurf von Prof. Jürgen Paul, Haffner könne sein Buch nicht 1939 oder vor dem Krieg geschrieben haben, sondern erst später und habe überdies weite Teile des autobiographischen Textes „fingiert”, hat inzischen DVA Verleger Jürgen Horbach Stellung genommen. Horbach:”Die Deutsche Verlags-Anstalt und die Erben weisen diese Behauptungen , die Prof. Paul an keiner Stelle belegt oder beweist, zurück.” Dazu hat die DVA diese ausführliche Presseerklärung versandt: Der Dresdener Prof. Jürgen Paul, em. Kunsthistoriker, behauptet in einem Gespräch mit dem DeutschlandRadio Berlin, daß Sebastian Haffners Buch „Geschichte eines Deutschen. Erinnerungen 1914 – 1933“, im Herbst 2000 in der Deutschen Verlags-Anstalt erschienen, nicht 1939 verfaßt worden sei, sondern erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Außerdem behauptet er – so DeutschlandRadio auf seiner Website – „daß der autobiographische Anteil in Haffners Buch zum größten Teil fingiert ist“. dpa hat dies am Freitag in einer Meldung ebenfalls verbreitet. Damit erhebt Prof. Paul den Vorwurf, daß der Verlag, die Haffner-Erben oder Sebastian Haffner selbst zum Buch unrichtige Angaben gemacht oder sogar eine „Fingierung“ oder Fälschung des Textes vorgenommen hätten. Dazu stellt der Verlag, die Deutsche Verlags-Anstalt in München, fest: 1. Sebastian Haffner, Jurist und Publizist, verließ 1938 Deutschland und emigrierte nach London. Dort schrieb er 1939 „Geschichte eines Deutschen“. 2. In einer Magisterarbeit an der Ludwigs-Maximilians-Universität München von 1990 „Exil in Großbritannien am Beispiel von Sebastian Haffner (1938 – 1945)“ ist ein von Sebastian Haffner handschriftlich bestätigtes Interview vom 19.2.1989 enthalten, in dem Haffner auf die Entstehungsgeschichte und Datierung des Textes eingeht. (Sechs Seiten Kopien aus der Magisterarbeit sind auf Anfrage beim Verlag beziehbar). Danach ergibt sich ohne Zweifel, daß Sebastian Haffner die Arbeit am Manuskript „Geschichte eines Deutschen“ aufgab zugunsten des Buches „Germany: Jekyll and Hyde“, das er im Februar 1940 fertigstellte und das bereits 1940 im Londoner Verlag Secker & Warburg erschien. Haffner empfand nach der Veröffentlichung von „Germany: Jekyll and Hyde“ die Publizierung des vorher entstandenen autobiographischen Textes als nicht mehr angemessen. Im übrigen war er dann auch mit seiner regelmäßigen Kolumne für den Londoner „Observer“ und tagesaktuellen Kommentierungen beschäftigt (als Buch ab September 2001 unter dem Titel „Schreiben für die Freiheit“ im Berliner Transit Verlag erhältlich). 3. Tatsache ist, daß „Geschichte eines Deutschen“ weder in deutscher noch in englischer Sprache vor der Buchausgabe im Jahr 2000, also ein Jahr nach Sebastian Haffners Tod, jemals erschienen ist. 4. Prof. Paul bleibt den Beweis für eine Entstehung oder Überarbeitung des Manuskriptes nach dem Zweiten Weltkrieg in jeder Beziehung schuldig. 5. Prof. Paul erwartet, daß die Erben oder der Verlag als Beweis das Original- Manuskript oder die Fotokopie eines Durchschlags des Schreibmaschinen- Manuskriptes vorlegen. Das Originalmanuskript existiert wahrscheinlich nicht mehr. Es dürfte 1939 an den Verlag Secker & Warburg geschickt worden sein. Der erhaltene maschinenschriftliche Durchschlag befindet sich im Bundesarchiv in Berlin. Die Kinder von Sebastian Haffner, Oliver Pretzel und Sarah Haffner sowie ein in Dresden lebender Enkel Sebastian Haffners, sind im Besitz einer Manuskriptkopie. Die Deutsche Verlags-Anstalt besitzt eine Fotokopie der Manuskriptkopie. Der von den Erben nach dem Tod Sebastian Haffners im Jahre 1999 im Nachlaß gefundene maschinenschriftliche Durchschlag wurde von den Erben umgehend dem Bundesarchiv in Berlin übergeben. In diesen Manuskriptkopien befinden sich keinerlei Korrekturen. Zu keiner Zeit hat Prof. Paul entweder bei den Erben oder dem Verlag noch beim Bundesarchiv um Einsicht in das Manuskript bzw. die existierenden Fotokopien gebeten, obwohl diese zur Verfügung gewesen wären. 6. Prof. Paul bleibt jegliche Vermutung oder gar einen Beleg für Motive von Sebastian Haffner schuldig, die ihn dazu verleitet haben könnten, die „Geschichte eines Deutschen“ zu fingieren oder vorzudatieren. Welchem Zweck hätte dies auch dienen sollen? Und wenn er sich schon der Mühe der Überarbeitung oder Fingierung unterzogen hätte, weshalb hätte er ausgerechnet dann von einer Veröffentlichung absehen sollen? 7. Prof. Paul führt als angebliche Indizien für eine spätere Entstehungszeit als 1939 oder für Fingierung auch philologische Überlegungen an, etwa die Verwendung von speziellen Wörtern, um nur ein Beispiel zu nennen „business as usual“. Prof. Paul führt dazu nicht einen einzigen stichhaltigen, philologischen Nachweis im Einzelfall für seine Behauptungen. 8. Die Deutsche Verlags-Anstalt und die Erben weisen die grundlosen und für Sebastian Haffner ehrenrührigen Behauptungen von Prof. Paul entschieden zurück. Prof. Paul stellt Behauptungen auf, die er an keiner Stelle beweist. Die Motive von Prof. Paul für seine haltlosen Behauptungen entziehen sich der Kenntnis von Verlag und Erben.“
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In einer Zeit der digitalen Transformation stellen sich die Thienemann Verlage zukunftsgerichtet auf und besetzen die neu geschaffene Stabsstelle der Projektmanagerin KI und digitale Projekte zu Januar 2026 mit Mona