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Wirbel in USA um Nazi-Buch

Wie die neugegründete NETZEITUNG.de (eine reine Internet-Tageszeitung) heute unter der Schlagzeile „Nazi-Buch weiter auf Bestsellerliste“ meldet, steht beim US-ebook-Verlag MightyWords.com die umstrittene Biografie des Autors Robert Griffin über den amerikanischen Rassisten und Hitler-Bewunderer William Pierce(„Hitler betrachtete die Dinge so ziemlich wie ich.“) auf Platz eins der internen Bestsellerliste. Laut netzeitung fühle sich aber der Bertelsmann-Konzern trotz einer Beteiligung an MightyWords nicht für das inhaltliches Angebot der Site verantwortlich. Das umstrittene Werk werde also weiter verkauft. Stuart Applebaum, Pressesprecher des zum Bertelsmann-Konzern gehörenden größten US-Verlag Random House, Inc. : „Selbst wenn man wollte, Bertelsmann kann bei MightyWords nicht intervenieren». Denn: Die Bertelsmann-Beteiligung an MightyWords kam über einen Umweg zustande. Der US-Internetbuchhändler barnesandnoble.com , an dem Bertelsmann zu vierzig Prozent anteilig ist, investierte im vergangenen Juni zwanzig Millionen Dollar in MightyWords. Nach netzeitung.de Reporter Michael Saur halte sich aber in der US-Buchbranche seit längerem die Vermutung, dass Bertelsmann den Internet-Buchhändler barnesandnoble.com ganz übernehmen möchte, um ihn in den europäischen Bertelsmann-Netzbuchhändler Bol zu integrieren. Die Karten für eine Übernahme stünden aber schlecht: Die mit 551 Superstores größte US-Buchkette Barnes & Noble hält nicht nur ebenfalls 40 Prozent des Unternehmens, Stephen Riggio, der Bruder von Barnes & Noble-Chef Leonard Riggio, fungiert als Interims-Geschäftsführer bei barnesandnoble.com. Angeblich werde nach einem Geschäftsführer gesucht, doch Stephen Riggio hielte sich bereits für den aussichtsreichsten Kandidaten. Und das Verhältnis zwischen dem Bertelsmann-Vorstandsvorsitzenden Dr. Thomas Middelhoff und den Riggio-Brüdern sei keineswegs das Beste. In Geldnöten stecke barnesandnoble.com auch nicht, trotz der immensen Verluste seit Gründung des Unternehmens vor drei Jahren. Im Jahr 2002 soll barnesandnoble.com Gewinne einfahren. Bis dahin sitze die Firma auf einem Barvermögen von 350 Millionen Dollar.

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