Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Jim Carrey hat eine „bissige, beinah autobiografische Satire“ über Hollywood geschrieben

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

 

  • „Vom Irrsinn, Jim Carrey zu sein“: Der Schauspieler und Komiker hat eine bissige, beinah autobiografische Satire über Hollywood geschrieben. „Memoiren und Fehlinformationen ist genauso laut und aufdringlich wie Jim Carreys Dauergrinsen, doch diese unbändige Lust am überdrehten Unfug hat etwas merkwürdig Befreiendes in einer Welt, in der jeder mit Bierernst an der eigenen Inszenierung arbeitet. Schon bald ist auch vollkommen egal, ob der Autor hier auch nur ansatzweise wahre Ereignisse aus seinem eigenen Leben verarbeitet. Allein die Tatsache zählt, dass all die Absurdität plausibel erscheint.“/Jim Carrey und Dana Vachon: Memoiren und Falschinformationen. Ein (fast) autobiographischer Hollywood-Roman, Droemer
  • „Eine Insel für sich allein“: Zu den frühen Romanen von Jane Gardam, die jetzt auch in Deutschland entdeckt werden, gehört „Robinsons Tochter“: die Geschichte einer jungen Frau, die sich ihr Leben erst erobern muss. „Schade nur, dass Jane Gardam das Interesse an ihrer Hauptfigur auf den letzten Metern zu verlieren scheint. Die Autorin ist selbst Mitte 50 gewesen, als sie Polly Flint erfand. Solange die junge Frau ringt, kämpft, leidet, ist Gardam ganz nah bei ihrer Heldin, riecht, hört, spürt sie, begleitet Polly Flint treppauf, treppab in ihrer gelben Villa, sieht ihr beim Erwachsenwerden zu. Je länger der Emanzipationsprozess der alternden Frau aber währt, je erfolgreicher diese sich neu erfindet, desto mehr rückt Gardam von ihr ab, skizziert nur noch, eilt durch die Jahre, die letzten Lebensphasen. Als sei mit dem Leid auch die Zuneigung erschöpft. Die kleine Polly Flint ist Robinsons Tochter und Jane Gardams Geschöpf. Die alte Polly Flint ist nur noch der Schatten einer großartigen Romanfigur.“/Jane Gardam: Robinsons Tochter (Hanser Berlin)

Das politische Buch

  • „Hitlers Helfer beim Judenmord“: Thomas Sandkühler erklärt, wie das NS-Regime nach dem Überfall auf die Sowjetunion ukrainische Hilfspolizisten für seine Verbrechen rekrutierte. Sie machten selten freiwillig mit – ihr Beitrag zum Holocaust war aber essenziell./Thomas Sandkühler: Das Fußvolk der „Endlösung“. Nichtdeutsche Täter und die europäische Dimension des Völkermords. WBG Theiss
  • Der Niederländer Cas Mudde zeigt anschaulich, welche Faktoren radikalen Rechten zum derzeit so großen Erfolg verhelfen. „Cas Muddes Buch bietet einen informativen Überblick über radikal rechtspopulistische Parteien und Bewegungen, vor allem aber bündige Erklärungen für ihre Erfolge in ganz unterschiedlichen Ländern unter jeweils spezifischen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen. Er verliert sich nicht in wohlfeilen Pauschalisierungen.“/Cas Mudde: Rechtsaußen. Extreme und radikale Rechte in der heutigen Politik weltweit. Aus dem Englischen von Anne Emmet. Verlag J.H.W.Dietz

  • Unterdrückte Kulturschichten erwachen zu neuem Leben: Der Prosaautor und Lyriker Denis Osokin entführt seine Leser in die Untiefen der russischen Provinz./Denis Osokin: Goldammern (Ciconia ciconia Verlag)
  • Ist der Mensch gut, oder isst er nur gut? Katharina Rudolph schreibt die erste Biographie des Schriftstellers und Herzens-Sozialisten Leonhard Frank./Katharina Rudolph: Rebell im Maßanzug (Aufbau)
  • Wenn einer, der weiß, was andere wollen, aber nicht, was er selbst will, in Luxuswelten entführt wird und das perfekte Produkt entwerfen soll: Alard von Kittlitz beginnt sein Debüt „Sonder“ als Poproman und endet als Sammelsurium./Alard von Kittlitz: Sonder (Piper)

  • „In der Hitze eines Sommers“, Emma Flints Roman über eine Frau, die Liebe suchte und Verachtung fand. Schon seit ihrer Kindheit, gibt Emma Flint zu Protokoll, lese sie besonders gern Berichte über reale Verbrechen, englisch „true crime“. Sie hat zudem in London, wo sie auch lebt, die Faber Academy für kreatives Schreiben besucht. Diese Kombination müsste freilich nicht unbedingt zu einem so feinen, vielschichtigen Debütroman führen, wie es „In der Hitze eines Sommers“ ist. Im Original erschien „Little Deaths“ bereits 2017, Susanne Keller hat den Roman nun sorgfältig übersetzt./Emma Flint: In der Hitze einer Sommers (Piper)
  • Als Kriegsreporter im Deutsch-Französischen Krieg geriet Theodor Fontane 1870 in den Verdacht, ein Spion zu sein. Ein Buch deckt auf, wie es wirklich war./Gabriele Radecke/Robert Rauh: Fontanes Kriegsgefangenschaft. (Be.bra Verlag)
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