Europäische Vielsprachigkeit im Fokus 22. poesiefestival berlin findet online statt

Das poesiefestival berlin findet in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in Folge pandemiebedingt als digitale Veranstaltung statt. In seiner 22. Ausgabe will das Festival unter dem Motto „Da liegt Europa“ die Poesie Europas in ihrer Formen- und Sprachenvielfalt untersuchen und trotz Pandemie poetische Brücken über den Kontinent bauen. Das Festival nimmt dabei besonders die Vielsprachigkeit Europas, Regional- und Minderheitensprachen, Mehrsprachigkeit und die Ambivalenz zwischen Sprachen und Sprachenpolitik in den Blick.

Unter anderem hält der türkische Journalist Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet, einen Vortrag zur europäischen Multikulturalität und -sprachlichkeit. Zur anschließenden Diskussion über Ambivalenz und politische Dimension von Vielsprachigkeit sind VertreterInnen der Generaldirektionen der Europäischen Kommission für Übersetzung bzw. Bildung und Kultur sowie der Sprachwissenschaftler Jürgen Trabant und der Autor Zoltán Danyi geladen. Im Anschluss lesen Dichter*innen ‚kleiner‘ Sprachen ihre Lyrik und sprechen über das Verhältnis ihrer Sprache zu den ‚großen‘ Sprachen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Spracharchipelen Europas: Die Vielsprachigkeiten fünf europäischer Räume – Spanien, Post-Jugoslawien, das Baltikum, Rumänien und das Kaspische Meer – werden hinsichtlich Sprachenpolitik und -nationalismus, Identität und Dichtungstradition in fünf Veranstaltungen in den Fokus gerückt. Zur thematischen Vertiefung sind schriftliche Interviews mit den beteiligten Autor*innen in Originalsprache und deutscher Übersetzung ab dem 1. Juni online abrufbar. Darin sprechen die Autor*innen tiefergehend über Fragen sprachlicher Identität, Herausforderungen und Chancen von Mehrsprachigkeit und die Sprachenpolitik in ihren Ländern. Alle Interviews und Essays sind kostenlos abrufbar auf www.poesiefestival.org.

Das poesiefestival berlin ist ein Projekt des Haus für Poesie in Kooperation mit der Akademie der Künste. Es findet seit 2000 statt und holt jährlich 150 DichterInnen und KünstlerInnen aus aller Welt nach Berlin.

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