Volkacher Taler für Dr. Stefan Hauck und Beate Zekorn-von Bebenburg Großer Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur geht an Franz Hohler

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur verleiht im Jahr 2021 den von der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken in Höhe von 5.000 Euro gestifteten Großen Preis an den Schriftsteller Franz Hohler.

Mit dem Volkacher Taler werden Dr. Stefan Hauck und Beate Zekorn-von Bebenburg ausgezeichnet.

In den Begründungen heißt es:

„Franz Hohler, 1943 im schweizerischen Biel geboren, zählt seit über vier Jahrzehnten zu den vielseitigsten und produktivsten Schweizer Autoren: Sein Werk umfasst neben zahlreichen Werken für Kinder auch Kurzgeschichten, Romane, Gedichte, Kabarettprogramme und Hörbücher für Erwachsene. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass der Autor Hohler auch ein begnadeter Musiker ist, der mehrere Instrumente beherrscht und sich zu seinen Kabarettprogrammen musikalisch oftmals auch selbst begleitet.

Dabei hatte Franz Hohler wohl ursprünglich keine Schriftstellerkarriere ins Auge gefasst, denn nach Abschluss der Schule studierte er zunächst Germanistik und Romanistik an der Universität Zürich. Erste Erfolge als Kabarettist Mitte der 1960er-Jahre überzeugten ihn aber offenbar von einer grundsätzlichen Unvereinbarkeit von Studium und künstlerischem Schaffen; er brach sein Studium ab, um sich ganz der Literatur widmen zu können. 1967 erschien ein erster Band mit Kurzgeschichten, dem in kurzen Abständen schnell weitere Veröffentlichungen folgten. Franz Hohler ist bereits ein renommierter Autor, als er Ende der 1970er-Jahre mit dem fantastischen Roman Tschipo sein kinderliterarisches Debüt gibt. Ein fulminanter Auftakt, denn die Geschichte über den Jungen Tschipo und seine überbordenden Träume wird gleich mehrfach ausgezeichnet, darunter mit einer Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis.

Durch fantastisches Erzählen den Kindern neue (Sprach-)Welten zu eröffnen, stellt von Beginn an ein zentrales Thema in Franz Hohlers kinderliterarischem Schaffen dar. Mit seinen Themen und Texten trifft er offensichtlich den Nerv seiner Leserinnen und Leser, denn in den vergangenen Jahren ist auch Franz Hohlers kinderliterarisches Werk mit wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet worden, darunter der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis, der Schweizerische Jugendbuchpreis, der Prix Enfantaisie und der Heidelberger Leander.

Franz Hohlers kinderliterarisches Werk zeichnet sich nicht zuletzt auch durch eine große Bandbreite der Gattungen aus, darunter Erzählungen, Kurzprosa und Theaterstücke, vor allem aber Kinderlyrik. Seiner großen Sprachkraft, aber auch der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen und Künstlern ist zu verdanken, dass er neben Kindern auch immer Erwachsene zu seinen begeisternden Leserinnen und Lesern rechnen konnte.“

„Geboren 1964 im hessischen Hofheim am Taunus zählt Stefan Hauck zu jenen Journalisten, in deren Schaffen Kinder- und Jugendliteratur von Beginn an einen zentralen Platz einnimmt. Diese Schwerpunktsetzung zeigt sich bereits im Studium am Frankfurter Institut für Jugendbuchforschung, später bei der Promotion (1996) über Margarete Steffin, die auch als Verfasserin für Kindertheaterstücke in Erscheinung getreten ist, sowie in den ersten Berufsjahren als Leiter einer Theaterwerkstatt, in der Kindertheater eine wichtige Rolle spielt. Einen beruflichen Wendepunkt markiert der Eintritt in die Redaktion des Börsenblatts für den Deutschen Buchhandel, in dem Stefan Hauck seit Ende der 1990er-Jahre als Fachredakteur für den Schwerpunkt Kinder- und Jugendbuch tätig ist. Damit zählt er zu den wichtigsten Stimmen im Feld der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur, eine Position, die er durch seine Tätigkeit in zahlreichen Jurys für Kinder- und Jugendliteratur zusätzlich untermauert. Der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ist Stefan Hauck durch seine vielfältigen Tätigkeiten eng verbunden, insbesondere durch seine Mitgliedschaft in der Jury der ,Serafina‘, dem Nachwuchspreis für Illustration, den die Akademie in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse und dem Börsenblatt vergibt. Für sein großes und langjähriges Engagement würdigt die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Stefan Hauck mit dem Volkacher Taler des Jahres 2021.“

„Beate Zekorn-von Bebenburg, geboren 1961 im baden-württembergischen Sigmaringen, ist eine Institution in Frankfurt am Main, denn seit nunmehr zwei Jahrzehnten ist sie, nach einem Magisterstudium u. a. am Frankfurter Institut für Jugendbuchforschung, die Leiterin der Einrichtung, die der weltweit mit Abstand bekanntesten Frankfurter Bilderbuchfigur gewidmet ist: das Frankfurter Struwwelpeter-Museum. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat Beate Zekorn-von Bebenburg ein breites Spektrum an Tätigkeiten entfaltet, das neben dem Kuratieren von Ausstellungen, dem Verfassen zahlreicher Publikationen und Vorträgen zu Struwwelpeter, seinem Schöpfer Heinrich Hoffmann sowie deren gesellschaftspolitischem, literarischem und kulturellem Umfeld auch Lehraufträge an der Frankfurter Goethe-Universität umfasst. Vor allem aber hat sie durch ihre unermüdlichen Aktivitäten dem Museum, zumal nach seinem Umzug in zwei Häuser in Frankfurts neuer Altstadt, einen Bekanntheitsgrad verschafft, der weit über die deutschen Grenzen hinausreicht und den Ausnahmecharakter dieser Institution eindrucksvoll unterstreicht.

Für dieses auch im Feld der Kinder- und Jugendliteratur wie -kultur einzigartige Engagement ehrt die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur die Museumsleiterin und Bewahrerin des Frankfurter Struwwelpeter-Erbes Beate Zekorn-von Bebenburg mit dem Volkacher Taler des Jahres 2021.“

Die Preisverleihung findet am Freitag, 12. November 2021, um 18 Uhr, pandemiebedingt im Katholischen Pfarrheim in Volkach statt.

 

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