17 Geschichten über diverse Held:innen: Die Originalausgabe hatte in Ungarn zu einer politischen Debatte geführt „Märchenland für alle“ erscheint im Frühjahr als STERN-Buch

Wie die Zeitschrift STERN heute mitteilt, hat man die exklusiven Rechte an dem ungarischen Märchenbuch Meseország mindenkié (auf Deutsch: Märchenland für alle) für Deutschland, Österreich und die Schweiz erworben. Herausgegeben von Boldizsár M. Nagy und illustriert von Lilla Bölecz, soll es im März kommenden Jahres als STERN-Buch im Programm von Dorling Kindersley erscheinen. Übersetzt wird es von Timea Tankò (sie hat in diesem Jahr den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen), Christina Kunze und Tünde Malomvölgyi.

Märchenland für alle versammelt 17 Geschichten, in denen Autor:innen wie Judit B. Tóth, Zoltán Csehy, Petra Finy und Dóra Gemesi von diversen Held:innen berichten. Das Buch wurde in die Liste der „White Ravens“ 2021 aufgenommen. In Ungarn hatte der Titel nach Erscheinen zu einer politischen Debatte geführt. Die Regierung hatte im Sommer ein Gesetz zur Beschränkung der Information über Homo- und Transsexualität eingeführt, das zu zahlreichen Protesten und scharfer Kritik führte, u.a. von der EU. Dieses Gesetz sowie die Kampagne gegen sein Buch hatten den Herausgeber Boldizsár M. Nagy und seinen Partner in der Entscheidung, Ungarn zu verlassen, bekräftigt, wie u.a. die Süddeutsche Zeitung berichtete.

Anna-Beeke Gretemeier und Florian Gless, STERN-Chefredakteur:innen: „Dieses Buch leistet etwas Großartiges: Es holt diverse Rollenbilder in die Kinderzimmer und schafft dadurch Orientierung. Die verschiedenen Heldinnen und Helden der Märchengeschichten erfahren im realen Leben immer noch viel zu häufig Diskriminierung in unserer Gesellschaft. Auch die Autorinnen und Autoren wurden wegen ihres Einsatzes für gleichberechtigte Vielfalt angegriffen. Der STERN bringt dieses besondere Buch nach Deutschland, um ein Zeichen für Meinungsfreiheit zu setzen. Und um zu zeigen: Wir vertreten die gleichen Werte und setzen uns zusammen dafür ein – Toleranz, Demokratie und ein gemeinschaftliches Miteinander. Wir hoffen, dass es auch hierzulande einen wichtigen Beitrag gegen Diskriminierung und Rassismus leisten kann.”

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