Mit jeweils 12.500 Euro dotiert Magela Baudoin und Francis Nenik erhalten den Anna Seghers-Preis 2021

Der diesjährige Anna Seghers-Preis geht an die Bolivianerin Magela Baudoin und den bei Leipzig lebenden Francis Nenik. Die Preisverleihung findet am 19.November 2021 in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin statt. Es ist zugleich der 121. Geburtstag von Anna Seghers.

Der mit jeweils 12.500 Euro dotierte Preis wird von der Anna Seghers-Stiftung an junge Autor*innen aus dem deutschen Sprachraum und aus Lateinamerika verliehen, die im Sinne von Anna Seghers mit den Mitteln der Kunst zur Entstehung einer gerechteren Gesellschaft beitragen wollen. Die Auswahl der Preisträger übernehmen im jährlichen Wechsel von der Stiftung beauftragte Persönlichkeiten aus dem literarischen Leben. In diesem Jahr sind das die Übersetzerin Christiane Quandt und die Literaturwissenschaftlerin Maren Jäger. Die Gründung der Anna Seghers-Stiftung geht auf die testamentarische Verfügung der Schriftstellerin sowie deren beider Kinder Pierre und Ruth Radvanyi zurück.

Magela Baudoin (c) Mauricio Zaballa

MAGELA BAUDOIN (geb.1973) ist als Autorin, Journalistin und Verlegerin aktiver Teil der bolivianischen und lateinamerikanischen Literaturszene und hat zuletzt den Roman Solo vuelo en tu caída vorgelegt, der im Sommer 2021 erscheint. Sie beschäftigt sich mit Fragen der Identität, wobei starke Gefühle wie Schrecken oder Zärtlichkeit den Ausgangspunkt bilden. Ihr eigener Verlag Mantis Narrativa ist auf Werke spanisch schreibender Frauen spezialisiert.

„Magela Baudoin engagiert sich nicht nur im Rahmen ihrer Verlegerinnentätigkeit für die Sichtbarkeit von Autorinnen ihres Landes, auch über die Landesgrenzen hinaus und in ihren eigenen Werken lässt sie Stimmen zu Wort kommen, die oft überhört oder gar zum Schweigen gebracht werden“, begründet Jurorin Christiane Quandt ihre Entscheidung.

FRANCIS NENIK (geb. 1981) lebt bei Leipzig und ist durch kurze Prosaformen, literarische Essays und Romane in Erscheinung getreten. Daneben veröffentlicht er Podcasts und Hörspiele. In Form von täglichen Prosa-Miniaturen hielt er im Rahmen seines Langzeitprojekts „Tagebuch eines Hilflosen“ Beobachtungen zur Präsidentschaft Donald Trumps fest.

„Francis Nenik ist nicht nur ein sprach(aber)witziger Erzähler, sondern auch ein hellwacher Historiograph und Virtuose literarischer Essayistik im emphatischen Sinne. Er spürt vergessenen Autoren nach, ergründet die elementaren Ängste der Menschheit, das Inhumane und den menschlichen Rest in unmenschlichen Welten“, so die Jurorin Maren Jäger. „Bei seinen akribisch recherchierten Tiefenbohrungen hat er gleichwohl das Gegenwärtige fest im Blick. Nenik beherrscht Aphorismus und Skizze, Kurzgeschichte und literarische Reportage ebenso wie die große Form des Romans.“

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