Aus der Werkstatt der Verlage Wolfram Burckhardt: »Wir werden optimistisch bleiben, weiterhin schöne Bücher machen und stolz auf unsere Arbeit aus 25 Jahren zurückblicken.«

Die Verleger-Blicke in den Editorials der aktuellen Vorschauen wollen wir weiter mit Ihnen teilen, die Serie „Aus der Werkstatt der Verlage“ geht deshalb in loser Folge weiter. Heute das Editorial von Kadmos – Verleger Wolfram Burckhardt:

Wolfram Burckhardt: „Auch 2021 lautet unsere Devise frei nach Niklas Luhmann: Ziel: Theorie verlegen, Laufzeit: mindestens 50 Jahre, Kosten: keine Ahnung“

 

Als wir am ersten Morgen des neuen Jahres aufgewacht sind, beschlich uns ein besonderes Gefühl. Fast so, als hätten wir Geburtstag. Einen noch schlaftrunkenen Blick in den Kalender geworfen und tatsächlich: Den Kulturverlag Kadmos gibt es mittlerweile seit 25 Jahren! Zwar hat sich das Jubiläum eigentlich schon im Winter des letzten Jahres ereignet, aber die Zeit für große Feiern müssen wir alle noch abwarten. Wir begrüßen Sie also herzlich in diesem neuen und ehrwürdigen Kadmos-Jahr.

Auch 2021 lautet unsere Devise frei nach Niklas Luhmann: Ziel: Theorie verlegen, Laufzeit: mindestens 50 Jahre, Kosten: keine Ahnung. Darunter erscheinen nun schon seit einem Vierteljahrhundert Titel, die zeigen, wie interessant, unterhaltsam, ästhetisch und gleichzeitig erschwinglich Bücher aus den vielfältigen Bereichen der Geisteswissenschaften sein können. Im Frühjahr stellen wir zum Beispiel ein Thema vor, das aufgrund des Lockdowns im Moment leider nur schwer erfahrbar ist: die Oper. In seinen »Erkundungen zu einer unzeitgemäßen Kunst« schreibt Stefan Zednik über die Verbindungen zwischen Oper und Politik, Musik, Libretto und Zeitgeschehen. Er wirft einen erfrischend neuen Blick auf altbekannte Werke der Operngeschichte und ihren gesellschaftlichen Kontext.

Aktuell möglich sind ausgedehnte Spaziergänge. Wie viel man dabei entdecken kann, zeigt Marie Parakenings in ihrem zweiten »Guide für Naturbanausen und Stadtkinder«. Auf die Berliner folgen nun die »Hamburger Tiere«, der wunderschön illustrierte Band ist eine echte Fundgrube für kuriose Geschichten und interessante Fakten. Wussten Sie zum Beispiel, dass sich 4.000 Möwen auf dem Dach eines Logistikzentrums in Moorfleet eingenistet haben? Dass die Brückenspinnen der HafenCity bis zu 1.500 Nachkommen in ihrem kurzen Leben zeugen können? Oder dass 120 Alsterschwäne ihr Winterquartier im Eppendorfer Mühlenteich haben? In Hamburg gibt es wirklich tierisch viel zu entdecken!

Duch Klick auf Cover zum Blättern in der Kadmos-Vorschau

Wer sich für Bücher über die Hauptstadt, unseren Verlagssitz, interessiert, kann ja mal einen Blick in unsere feinen »Berliner Spezialitäten« werfen, die unsere bisherigen Berlin-Titel versammeln.

Dass die Leipziger Buchmesse auch in diesem Jahr ausfallen muss, löst bei uns natürlich ein Unbehagen aus. Wie lange wird es wohl noch dauern, bis so etwas wie Normalität in den Verlagsalltag zurückkehrt? Wirklich stützen kann man sich angesichts dieser Unsicherheit wohl nur auf eine Frage: Was ist schon normal? Eine Theorie dazu hat der Autor Hans Martin Esser. Sein Buch »Die große Klammer. Eine Theorie der Normalität« hat in diesen Zeiten eine immense Aktualität. Genauso wie die »Verschwundenen Krankheiten« von Sophie Seemann. Wann es wohl die Auflage geben wird, in der endlich ein einundzwanzigstes Kapitel mit dem Coronavirus seinen Platz im Buch findet?

Wir werden optimistisch bleiben, weiterhin schöne Bücher machen und stolz auf unsere Arbeit aus 25 Jahren zurückblicken. Voller Leidenschaft, Neugier und Kreativität bietet der Kulturverlag Kadmos geisteswissenschaftlichen Themen einen Platz in der Bücherlandschaft, und wir freuen uns schon auf die nächsten 25 Jahre. Mindestens!

Wir grüßen Sie herzlich aus Berlin-Moabit und wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern in unserem Programm.

Ihr Wolfram Burckhardt und das Team des Kulturverlags Kadmos Berlin

Zuletzt brachten wir das Editorial von Jacob Radloff

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