Der andere Fragebogen Wie war Ihr Jahr, Bettina Breitling?

Seit dem 6. Dezember (Nikolaustag) fragen wir wieder bis zum 6. Januar 2022 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“. Heute beantwortet die Literaturagentin Bettina Breitling unseren „anderen“ Fragebogen: 

Bettina Breitling: „Mein schönster Moment in diesem Jahr war, als ich meinem Sohn, der noch studiert – also finanziell noch abhängig von mir ist – erzählte, dass ich mich selbstständig machen würde. Da sagte er zu mir: ‚Cooler move – wenn’s jemand schafft, dann du!'“

Welcher Tag war Ihr schönster im letzten Jahr?

Das war Montag, der 1. März 2021, der Start meiner Medienagentur. Ich saß in meinem schönen neuen Büro in einem Meer aus Blumen und bekam von sehr vielen Menschen Mails, WhatsApp-Nachrichten und Anrufe – und ich hatte das Gefühl, alle freuen sich mit mir.

 

Worüber haben Sie sich 2021 am meisten geärgert?

Über die Impfgegner, die davon sprechen, dass ihre persönliche Freiheit durchs Impfen eingeschränkt würde. Für mich hat das mit persönlicher Freiheit nichts zu tun, sondern mit Solidarität.

Was war 2021 Ihr schönster Erfolg?

Als ich meinem Sohn, der noch studiert – also finanziell noch abhängig von mir ist – erzählte, dass ich mich selbstständig machen würde, sagte er zu mir: „Cooler move – wenn’s jemand schafft, dann du!“

Und Ihr traurigster Misserfolg war…?

Als „Misserfolg“ würde ich es nicht bezeichnen, aber es war schon traurig, dass ich mich nach 20 Jahren bei Penguin Random House coronabedingt in einer halbstündigen Zoom-Veranstaltung verabschieden musste. Gerne hätte ich gemeinsam mit all den Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich so viele Jahre so wunderbar zusammengearbeitet habe, ein Glas zum Abschied getrunken.

Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag im letzten Jahr?

Die Buchhandlung am Gasteig, gleich bei mir um die Ecke in Haidhausen. Der Inhaber, Herr Perthel, brachte während des Lockdowns die bestellten Bücher persönlich mit dem Fahrrad.

Von welchem Thema wollen Sie im neuen Jahr nichts mehr lesen?

Corona und Lockdowns – kommt mir aber momentan eher wie ein Traum vor.

Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?

Über live stattfindende Kultur-Veranstaltungen aller Art – Theater, Konzerte, Lesungen …

Welchen Fehler aus dem letzten Jahr möchten Sie im neuen Jahr vermeiden?

Dass ich nicht regelmäßig zu meinem Rückentraining gehe.

Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?

Zum Rückentraining will ich im nächsten Jahr wirklich regelmäßig gehen (ich schwöre es mir!), aber ob ich mir abgewöhnen kann, mein Mittagessen am Schreibtisch einzunehmen, weiß ich noch nicht.

Welches Buch hat Ihnen im letzten Jahr besonders viel Freude gemacht?

Das war ÜBER MENSCHEN von Juli Zeh. Ich habe die Filmrechte vertreten und ich war fasziniert davon, wie unterschiedlich die Vorstellungen davon waren, die Geschichte umzusetzen. Die einen sprachen von einer Serie, andere von einem TV-Zweiteiler und der nächste von einem Kinofilm. Für was wir uns entschieden haben, werden Sie hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft anschauen.

Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?

Das neue Buch von Charlotte Link, das im Herbst 2022 erscheinen wird. Ich habe das Privileg, es als Erste lesen zu dürfen, und freue mich schon auf die sicher wieder aufregende Begegnung mit den Ermittlerfiguren Kate Linville und Caleb Hale.

Von wem würden Sie gern auch mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?

Von dem oben schon erwähnten Buchhändler Wolfgang Perthel.

Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?

Bereuen Sie es, dass Sie eine sichere Festanstellung gegen die Selbstständigkeit eingetauscht haben?

Hier können Sie die auch beantworten:

Nein, keine Sekunde!

Gestern beantwortete Manfred Keiper unseren „anderen“ Fragebogen, morgen fragen wir Karin Graf.

 

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