Gestorben Dr. Klaus Wagenbach

Kriegskind, älteste Witwe Kafkas, Anarchist und Cavaliere, Radfahrer, Berliner und Italien-Appassionato, Buchhersteller, Lektor, Autorenentdecker, Verlagsgründer, unabhängiger politischer Kopf, wilder Leser und begeisterter Geschichtenerzähler, Kunst-Liebhaber, Freund und Fürsorgender, Rotweintrinker. Mit 91 Jahren ist am Freitag, den 17. Dezember 2021, Dr. Klaus Wagenbach in Berlin gestorben, begleitet von seiner Familie und umgeben von seinen Büchern.

Dr. Klaus Wagenbach (Foto: Wilhelm W. Reinke)

„Seinem Lebensmotto entsprechend werden wir seinen Verlag weiterführen: ‚Gewonnen kann durch Trübseligkeit nie etwas werden'“ , so der Verlag Klaus Wagenbach.

Zu seinem 90. Geburtstag im vergangenen Jahr gratulierte dem Verleger sein guter Freund Christoph Buchwald, der sagte: „Die Liste der verlegerischen Verdienste des Kafka-Faszinierten Wagenbach sind lang und reichen von Johannes Bobrowski bis zu Pasolini und hören bei der 40-bändigen Vasari-Ausgabe nicht auf. Was aber nicht vergessen werden sollte beim Gratulieren, sind drei andere Verdienste Wagenbachs, die in den Gratulationsartikeln eher selten vorkommen: politische Moral, Unternehmer-Voraussicht und menschlicher Anstand (…) Klaus Wagenbach war sich des unternehmerischen Risikos eines literarischen Verlegers immer bewusst und prägte den mutmachenden Satz: ‚Literarischer Verleger zu sein heißt vor allem eines: ein konkursreifes Unternehmen erfolgreich zu führen.’“

 

Kommentare (2)
  1. Alle oder fast alle, die im deutschen Verlagswesen etwas geworden sind, waren Lehrlinge/Lernende im S.Fischer Verlag. Angefangen bei Ernst Rowohlt. Und natürlich gehört auch Klaus Wagenbach zu diesen. Ein (Selbst-)Portrait findet man auf YouTube. Wie es ihm bei S.Fischer ging: ab Min. 14:00. https://www.youtube.com/watch?v=Np6joDF7TV8
    Wieder ein Fischer-Gewächs weniger!

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