Gestorben Kjell Askildsen

Kjell Askildsen (l.) am 25. Oktober 2019 in Oslo zusammen mit Luchterhand-Verlagsleiterin Regina Kammerer und Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel (r.) (c) Baard Henriksen

Der norwegische Autor Kjell Askildsen ist im Alter von 91 Jahren in Oslo gestorben. Seine deutsche Verlegerin Regina Kammerer trauert um ihren Autor:

„In seiner Heimat ist  er längst ein Klassiker, in den letzten Jahren  wurde er aber auch international zunehmend wieder entdeckt. Mit wenigen Worten schuf er in seinen Erzählungen eine ganze Welt. Das brachte ihm Vergleiche mit Beckett oder Carver ein, sein sparsamer Einsatz der Mittel ließ viele auch an seinen Landsmann Jon Fosse denken. Doch er war vor allem eins: unvergleichlich! Ein Meister der Kurzgeschichte – und ein ungemein freundlicher, zugewandter Mann. Ich bin sehr froh und glücklich, dass ich ihm gemeinsam mit seinem Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel zu seinem 90. Geburtstag im Herbst 2019 noch die große Werkausgabe auf Deutsch überreichen konnte.

Er war bereits vom Alter gezeichnet und sichtlich geschwächt, begriff aber noch sehr gut, weshalb wir gekommen waren, und war sichtlich erfreut. Dass dieser wunderbare Nachmittag bei ihm zu Hause auch ein Abschied sein würde, war allen klar. Vielleicht nur so viel: Er wurde geliebt und verehrt – auch von mir. Seine Texte sollte man lesen. Oder um mit seinen eigenen Worten zu enden: „Man lernt, solange man lebt, wozu auch immer das gut sein soll.“

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