Peter Lohmann (60)

Peter Lohmann

Peter Lohmann wird heute 60 Jahre alt. Es gratuliert ihm Arche-Verleger Nikolaus Hansen, sein Freund und Partner beim Harbour Front Literaturfestival:

Peter Lohmann und ich standen in meinem Büro im sechsten Stock des Sloman Hauses in Hamburg und guckten hinunter auf den Hamburger Hafen und die Speicherstadt. „Irgendwann komm ich zurück nach Hamburg“, sagte Peter, damals Geschäftsführer bei Fischer in Frankfurt. „Und dann machen wir da unten ein Literaturfestival, der Hafen schreit förmlich nach sowas.“ Das war im Sommer 2007. Zwei Jahre später, im September 2009, fand „da unten“ das erste Harbour Front Literaturfestival statt – ohne Peter Lohmann undenkbar.

Lohmanns Verlegerleben war wechselhaft. Das Kollektiv Buntbuch Verlag musste er verlassen, nachdem es mit seinen Kolleginnen zum Zerwürfnis gekommen war: Ernst Kahls „Bestiarium Perversum“ durfte aus feministischen Grundsatzüberlegungen nicht erscheinen…

Der von Lohmann mitbegründete Galgenberg Verlag ging nach wenigen Jahren in Konkurs, die ewigen Unkenrufer hatten natürlich immer schon gesagt, dass das Verlagsemblem, ein Aasgeier auf einer Bergspitze, verdammt nach einem Pleitegeier ausgesehen habe. Viel wichtiger in diesem Zusammenhang ist Lohmanns fabelhafte Haltung während dieses Konkurses: Lohmann hat das Beste für seine Autoren herausgeschlagen und dabei in Kauf genommen, dass er jahrzehntelang die von seiner Heimatstadt Hamburg gegebenen Existenzgründunsgdarlehen aus verdientem und versteuertem Geld würde zurückzahlen müssen, der Preis der Freiheit. Gerade vor ein paar Tagen erzählte er mir, dass nun die letzten Raten verhandelt würden – knapp 20 Jahre nach dem Ende des Verlags.

1997 übernahm er, woran ich nicht ganz unschuldig war, in Bern die Leitung des zu Holtzbrinck gehörigen Scherz Verlags, den er über München und Droemer schließlich unter das Dach von Fischer in Frankfurt manövrierte. In seinen Frankfurter Jahren habe ich während der Buchmesse in seiner Wohnung auf einem elektrisch aufblasbaren Bett geschlafen (das nicht eine Luftmatratze zu nennen ein schierer Euphemismus wäre) und bin mit seinem Fahrrad durch die Stadt gegondelt. Was aus dem Bett geworden ist, weiß ich nicht, aber das Fahrrad wurde mir geklaut, als er schon zurück nach Hamburg gezogen war.

Unsere Beziehung geht aber weit hinaus über den reinen Messeservice: Wir lernten uns kennen, als er Galgenberg machte und ich Rat bei ihm suchte hinsichtlich der schon erwähnten Existenzgründungsdarlehen der Stadt Hamburg (zum Glück wurden meine Anträge abgelehnt). In unseren gemeinsamen Holtzbrinck-Jahren hatten wir, abgesehen von den jährlichen „Verlagsgruppentagungen“, wenig Kontakt, aber es tat gut, einen wie ihn unter den verlegerischen Geschäftsführern der Gruppe zu wissen. Und die enge Zusammenarbeit zwischen dem marebuchverlag und dem Fischer Taschenbuch in den Jahren 2005 bis 2007 wurde wesentlich von ihm mit Leben gefüllt.

Ich habe es immer als Privileg empfunden, Peter Lohmann zu kennen, mit ihm zu tun zu haben, mit ihm befreundet zu sein – nicht, weil er ein so bedeutender Mann wäre, sondern weil er rundum ein Mensch ist im allerbesten Sinne: klug, vorausschauend, voller Humor (inklusive Selbstironie), manchmal aufbrausend und unsachlich, aber immer vergebend, verstehend, sorgsam, im Grunde – das altmodische Wort mag mir erlaubt sein – gütig.

Also – hoch die Tassen – Glückwunsch einem wunderbaren Mann zum Sechzigsten! Auf dass wir noch viel Freude, viel Zeit, viel Harbour Front mit ihm haben.

Kontakt: peter.lohmann@harbourfront-hamburg.com

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