„Die Ravensburger AG hat im Jahr 2000 einen Umsatzrückgang verzeichnet und zum zweiten Mal in Folge rote Zahlen geschrieben. Das hat Vorstandssprecher Detlev Lux am Dienstagabend in Nürnberg im Vorfeld der Internationalen Spielwarenmesse bekannt gegeben. Der konsolidierte Umsatz der Gruppe sei im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent auf 551 Millionen DM (282 Mio Euro) zurückgegangen. Das Ergebnis habe sich 2000 „nicht wesentlich verbessert“. Im Vorjahr hatte die Gruppe erstmals in ihrer Geschichte einen Jahresfehlbetrag von 7,4 Millionen DM ausgewiesen. Lux: „Jetzt müssen wir vor allem die Rentabilität deutlich verbessern, das Wachstum kommt erst an zweiter Stelle“. Dieses Ziel will der Marktführer im Spielebereich mit selbst entwickelten Spielen erzielen. Zudem sei dem Spieleverlag ein Schlankheitsprogramm verordnet worden. Die Angebotspalette wurde nach Worten Lux bereits zu 20 Prozent gestrafft. Im Spieleverlag sollen in den nächsten beiden Jahren 50 Stellen abgebaut werden, weltweit beschäftigt Ravensburger 1 850 Mitarbeiter. Der Verlust sei vor allem bei der Tochtergesellschaft Jeux Nathan in Frankreich sowie bei der Berliner Spielkarten GmbH entstanden. Von dem Umsatzminus waren in erster Linie die klassischen Felder Spiele, Puzzles und Bücher betroffen. Lux: „Das Spiel hat sich in Richtung Modethemen wie Pokemon verschoben“, sagte Lux. Kleine Verlage hätten mit fernsehgestützten Lizenzen wie „Wer wird Millionär“ abgeräumt. Der Ravensburger Spieleverlag verbuchte dagegen ein Umsatzminus von elf Prozent auf 431 Millionen DM. In Deutschland betrug der Rückgang sogar 17 Prozent. Im Buchverlag musste Ravensburger an die Harry-Potter-Bücher Marktanteile abgeben und lag mit 72 Millionen DM fünf Prozent unter Vorjahr. Ravensburger Interactive dagegen habe von dem guten Geschäft mit dem Moorhuhn profitiert, berichtete Lux. Die CD-Rom sei mehr als eine halbe Million Mal verkauft worden und trug zu einer 38-prozentigen Umsatzsteigerung auf 27 Millionen DM bei. Mit eigenen Vertriebs-Niederlassungen in Frankreich und den USA will Lux den Umsatz in diesem Bereich in diesem Jahr verdoppeln. „
Thienemann Verlage trauern um früheren Kollegen Stefan Wendel
Die Thienemann Verlage trauern um Stefan Wendel, der am 11. März 2026 im Alter von 62 Jahren unerwartet verstorben ist. Über zwei Jahrzehnte prägte Stefan Wendel die Kinder- und Jugendbuchbranche als Lektor und Programmleiter, zuletzt bei Thienemann, bevor er sich mit einer eigenen Agentur als Berater selbstständig machte.