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Haffner-Sohn meldet sich zu Wort

Im Streit um Sebastian Haffners Bestseller „Geschichte eines Deutschen“ hat sich jetzt der Sohn des Autors zu Wort gemeldet. Der in London lebende Oliver Pretzel wies die gegen ihn und seinen Vater erhobenen Vorwürfe entschieden zurück. Gegen Haffners im letzten Jahr herausgekommenes Buch war eingewendet worden, es sei zum Teil fingiert und nicht 1939 geschrieben, sondern nach dem Krieg überarbeitet worden. Pretzel sagte in dem Zeit-Interview, er habe das Manuskript im Nachlass seines 1999 verstorbenen Vaters gefunden, offensichtlich abgeschlossen und vollständig, mit Ausnahme der Kapitel 10 und 25. Kapitel 25 war 1983 im Stern erschienen und wurde nahezu unverändert in das Manuskript eingefügt. Das fehlende 10. Kapitel wurde von Pretzel aus einer englischen Übersetzung, die der 1907 geborene Haffner offenbar selbst angefangen und nicht beendet hatte, ins Deutsche zurückübersetzt. Pretzel sagte der Zeit, ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung habe er ein Notizheft seines Vaters aus dem Jahr 1946 gefunden, darin ein handschriftlicher Entwurf für eine neue Fassung der „Geschichte eines Deutschen“. „Es ist ganz klar, dass dieser Entwurf nicht das Manuskript, das ich fand, beschreibt, sondern ein neues, sehr anderes Buch, das nicht entstanden ist“, sagte der Haffner-Sohn. Der Entwurf zeige auch deutlich, „dass das Manuskript zu dem Zeitpunkt längst abgeschlossen und beiseite gelegt war“. Alles spreche daher dafür, dass „Die Geschichte eines Deutschen“ im Laufe des Jahres 1939 geschrieben und vollendet wurde.

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