Nach einem Bericht der NETZEITUNG.de braucht AOL Time Warner Geld für den Schuldendienst und will deshalb seine Verlagssparte verkaufen. Das wäre nach Vivendi Universal der zweite Medienkonzern, der sich vom offensichtlich komplizierten
Buchgeschäft trennen will. Die Meldung beruht auf der «New York Times» , die sich auf „informierte Kreise“ berief.
Zum Verkauf steht damit die fünftgrößte Verlagsgruppe in den USA, die 2001 einen Umsatz von 320 Millionen Dollar machte. Zu der Büchersparte gehören Namen wie Little, Brown & Companysowie Warner Books.
Die Investmentbank Merrill Lynch sei damit beauftragt, Verlagshäuser und Investmentgesellschaften als mögliche Käufer anzusprechen. Angesichts der allgemeinen Lage werde es aber schwierig sein, einen guten Preis zu erzielen, berichtete die Zeitung. Es sei noch nicht einmal sicher, dass überhaupt ein Interessent gefunden werde.
Ein Schelm, wer jetzt eine Parallele zum deutschen Markt sieht: Auch hier ist unwidersprochen, dass der Axel Springer Konzern sich von seinen Buchverlagen trennen will. Ob das allerdings angesichts des derzeitigen Umfeld schnell zustande kommt, darf ebenso bezweifelt werden. Die Verhandlungen mit Interssenten sind jedenfalls derzeit ins Stocken geraten; intern habe sich der ASV aber das Ziel gesetzt, das Thema bis Mitte des Jahres vom Tisch zu haben.
Die weltweit größte Buchverlagsgruppe, die in New York ansässige Bertelsmann- Verlagssparte Random House zeigt sich übrigens an dem Buchgeschäft von AOL interessiert, da – so der Sprecher – Random House weltweit auf Expansion aus sei und Nordamerika der größte und wichtigste Markt für Random House bleibe. Das meldet die FTD heute in der Printausgabe.