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Leipziger Buchmesse mit absolutem Besucherrekord beendet

Mit einem absoluten Besucherrekord ging am Sonntagabend die Leipziger Buchmesse zu Ende. 88.000 Besucher kamen in den vergangenen vier Tagen auf das neue Messegelände und verschafften sich einen Überblick über die Neuerscheinungen von 1.998 Ausstellern aus 28 Ländern. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 77.000 Besucher. Mehr als 1.800 Journalisten aus mehr als 19 Ländern berichteten über den internationalen Branchentreff von Autoren, Verlagen, Fachbesuchern und dem lesefreudigen Publikum im Leipziger Frühjahr. Der Anteil von Fachbesuchern und Buchhändlern war erneut sehr hoch. Insgesamt kamen über 19.000 Fachbesucher auf die Leipziger Buchmesse. Von dem Besucherzuwachs profitierte auch die Messebuchhandlung, die ein deutliches Umsatzplus verzeichnen konnte.
„Wir sind mit der diesjährigen Leipziger Buchmesse mehr als zufrieden. Sie zeigt, dass unser Konzept voll und ganz stimmt und sich die Leipziger Buchmesse als DER Frühjahrsbranchentreff etabliert hat“, sagte Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe GmbH. Als solide und erfolgreich bewertete Werner M. Dornscheidt den Auftakt des neuen Themenschwerpunktes Reisen. „Das Interesse der Messebesucher war sehr groß. Vor allem die Veranstaltungen im Reiseforum waren gut besucht. Für das kommende Jahr haben wir uns vorgenommen, die Qualität der Präsentationen weiter auszubauen.“
Zu den stärksten Magneten auf der Leipziger Buchmesse gehörte der Schweizer Gemeinschaftsstand, die Swiss Lounge. „Vor allem das ambitionierte und interessante Veranstaltungsprogramm mit Talk-Shows und Lesungen begeisterte die Besucher“, so Dornscheidt.
Dieter Schormann, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, beurteilte die Buchmesse ebenfalls als vollen Erfolg: „Der Irak-Krieg wirft zwar seinen Schatten, es wird aber gerade jetzt deutlich, dass die Leipziger Buchmesse eine Messe des Dialoges ist: ein Dialog zwischen Lesern, Autoren und Ausstellern. Die Gespräche – auch über den Krieg – waren in den letzten Tagen besonders intensiv.“ Von dieser Bücherschau werden nach Ansicht von Schormann positive Impulse für die gesamte Branche ausgehen. „Das Stimmungsbarometer zeigt nach oben“, so Schormann.
Dem Deutschen Bücherpreis, verliehen durch den Börsenverein, die Leipziger Messe und den Mitteldeutschen Rundfunk, gelang in diesem Jahr der Durchbruch.
Der am Sonntag verliehene Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ging in diesem Jahr an den belgischen Schriftsteller, Dramatiker und Regisseur Hugo Claus. Den Preis nahm stellvertretend seine Ehefrau Veerle Claus-De Wit entgegen. Laudator Joachim Sartorius, Intendant der Berliner Festspiele, würdigte in seiner Rede „die schiere Weite seines Schaffens, gepaart mit einer großen Unabhängigkeit des Geistes, der nie gemeine Sache macht mit den Mächtigen, den Siegern, den Politikern, eher mit den Menschen, die unten leben und denen er Sprache gegeben hat.“ Den Anerkennungspreis erhielt die Berliner Übersetzerin Barbara Antkowiak. Die Laudatio hielt Bora Cosic (letztjähriger Leipziger Buchpreisträger).
Die rund 650 Lesungen, Präsentationen und Diskussionsrunden des zwölften Jahrgangs von „Leipzig liest“ waren mit zehntausenden Zuhörern wieder ein wahres Literaturfestival. Prominente Autoren wie die Nobelpreisträger Günter Grass und Imre Kertész, Sir Peter Ustinov, Mario Adorf, Johannes Heesters, Angelica Domröse, Erich Loest, Alice Schwarzer und junge Autoren wie Jana Hensel, Judith Hermann sowie Debütanten lasen vor überfüllten Häusern.
Auch der Veranstalter der Leipziger Antiquariatsmesse, der Düsseldorfer Antiquar Detlef Thursch, schätzte die Leipziger Buchmesse 2003 insgesamt als Erfolg ein. „Im schwierigen Umfeld der Antiquariatsmessen hat Leipzig sich gegen den Trend hervorragend behauptet“, sagte Detlef Thursch. Zwar habe sich die Euphorie des Vorjahres nicht wiederholt, aber es sei eine gute Messe gewesen, bei der man auch vom stärkeren Besucherzustrom der Leipziger Buchmesse profitiert habe. Der überwiegende Teil der 68 Aussteller aus vier Ländern versprach, im nächsten Jahr wieder nach Leipzig zu kommen.
Die nächste Leipziger Buchmesse findet vom 25. bis 28. März 2004 statt. 90 Prozent aller ausstellenden Verlage haben bereits angekündigt, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

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